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Hintergrund: Körperschaftssteuer in Irland niedrig

London/Berlin (dpa) - Die Körperschaftssteuer, um deren Höhe in Irland derzeit gefochten wird, ist das Pendant für Unternehmen zur Lohn- oder Einkommensteuer für Arbeiter und Angestellte. Irland verlangt von seinen Unternehmen 12,5 Prozent Körperschaftssteuer.

Macht ein Unternehmen also «vor Steuern» 1000 Euro Gewinn, werden darauf 125 Euro Körperschaftssteuer fällig. Damit liegt das Land deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Malta ist unter den 27 Mitgliedsländer Spitzenreiter mit 35 Prozent. Deutschland erhebt seit der Unternehmenssteuerreform von 2008 nur noch 15 Prozent und liegt damit ebenfalls klar unter dem Mittel der EU-Länder.

Die Gesamtbetrachtung der steuerlichen Belastung ist aber sehr viel komplizierter und zwischen den Staaten nur für Fachleute und bezogen auf den Einzelfall vergleichbar. So ist etwa die Körperschaftssteuer in vielen Ländern nicht die einzige Steuer, die Unternehmen zu zahlen haben. In Deutschland wird zusätzlich Gewerbesteuer fällig, deren Höhe von Gemeinde zu Gemeinde zum Teil stark schwankt. Außerdem ist auf die Körperschaftssteuer noch Solidaritätszuschlag zu zahlen.

Laut Bundesfinanzministerium fällt für Betriebe in Deutschland insgesamt Unternehmenssteuerbeträge von knapp 30 Prozent an. In Irland bleibt es bei 12,5 Prozent, weil keine weiteren Belastungen dazu kommen. Allerdings gibt es dort anders als in Deutschland auch kein Verrechnungssystem für Dividendengewinne. So muss ein Aktionär die bereits vom Unternehmen versteuerten Gewinne privat noch einmal versteuern.

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Finanzen / EU / Irland
22.11.2010 · 21:56 Uhr
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