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Hintergrund: Knackpunkte der Friedensgespräche

Berlin (dpa) - Israel und seine arabischen Nachbarn streiten seit Jahrzehnten. Hindernisse für einen Frieden im Nahen Osten:

SICHERHEIT: Bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Terroristen sind viele Israelis ums Leben gekommen. Die radikalislamische Hamas schoss tausende Raketen auf israelische Grenzstädte. Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei.

FLÜCHTLINGE: Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den Palästinensergebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen. Sie sollen kein Recht auf eine Rückkehr nach Israel erhalten, sondern in einem neuen Palästinenserstaat leben.

GRENZEN: Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel hatte den Gazastreifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft. Aus Sicherheitsgründen will Israel zudem an Teilen des Westjordanlands festhalten. Im Westjordanland gibt es rund 120 Siedlungen mit etwa 300 000 Israelis. In Ost-Jerusalem leben nach Angaben israelischer Menschenrechtler weitere 200 000.

JERUSALEM: Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.

GOLAN: Syrien dringt darauf, dass die 1967 besetzten Golanhöhen im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben werden. Von der 1150 Quadratkilometer großen Hochebene hat Israels Armee einen guten Blick nach Syrien und in den Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer vom Golan aus große Teile Israels kontrollieren. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20 000 Syrern auch etwa 20 000 jüdische Einwohner.

SCHEBA-FARMEN: Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golan-Höhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.

WASSER: Schon vor 20 Jahren wurde vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. Die Kontrolle des von Israel genutzten Wassers ist auch ein Streitpunkt im Ringen um die künftige israelisch- syrische Grenze auf dem Golan.

Konflikte / Nahost
01.09.2010 · 23:00 Uhr
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