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Hintergrund: Kandidaten für neue Regierung in Athen

Der frühere EZB-Vizepräsident Lucas Papademos könnte neuer Regierungschef werden. Archivfoto: Bernd SettnikGroßansicht

Athen/Berlin (dpa) - Für eine mögliche neue Regierung in Athen sind mehrere Kandidaten im Gespräch. Im Gespräch sind unter anderem:

Lucas Papademos (64):

Der Finanzexperte und Bankmanager war von 2002 bis 2010 Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. In internationalen Finanzkreisen gilt er als hoch angesehen. Beruflich ist er breit aufgestellt: Bevor er in Wissenschaftswissenschaften promovierte, studierte er Physik und Elektrotechnik. Er arbeitete an Hochschulen in den USA und in seinem Heimatland als griechischer Notenbankchef.

Karolos Papoulias (82):

Er ist der erste Sozialist, der in Griechenland an die Staatsspitze gelangte. Seit 2005 ist er Staatspräsident. Politisch aktiv wurde er schon mit 14 Jahren. Damals beteiligte er sich am Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Papoulias studierte später an der Universität in Athen Jura und setzte sein Studium in Köln fort. Wegen der Machtergreifung des Militärs in seinem Heimatland blieb er in Deutschland im Exil. Papoulias war einer der Mitbegründer der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK - heutige Regierungspartei) unter Andreas Papandreou im Jahr 1974. Später war er Außenminister.

Antonis Samaras (60):

Der konservative Chef der größten Oppositionspartei Griechenlands Nea Dimokratia (ND) gilt als extrem beharrlich. Auf die Bitten europäischer Staaten, so schnell wie möglich einen Konsens für das schwierige Sparprogramm zu finden, ging er nicht ein. «Für meine Ansichten bin ich elf Jahre am Rande des politischen Geschehens geblieben. Ich werde nicht jetzt meine Meinung ändern», sagte er. Samaras studierte in den USA und kehrte 1977 nach Griechenland zurück, wo er als 26-Jähriger ins Parlament gewählt wurde.

Kostas Simitis (75):

Der sozialistische Politiker war von 1996 bis 2004 Ministerpräsident. Er gilt als hart arbeitender, willensstarker Mann, der seine Versprechen hält. Als er 1996 die Wahl gewann, stellte er den Griechen offen eine harte Einkommenspolitik in Aussicht, um das Land reif für die Einführung des Euro zu machen. Der Eintritt in die Eurozone gelang - allerdings mit geschönten Zahlen, wie sich später herausstellte.

Evangelos Venizelos (54):

Der aktuelle Finanzminister gilt als ein Mann der Tat. Begleiter nennen ihn spontan und bescheinigen ihm Durchsetzungsvermögen. Der massige Politiker ist einer der bekanntesten griechischen Verfassungsrechtler. In den vergangenen zwei Jahrzehnten diente er in verschiedenen sozialistischen Regierungen: als Justizminister, Regierungssprecher, Kulturminister und Verteidigungsminister.

EU / Finanzen / Griechenland
05.11.2011 · 22:50 Uhr
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