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Hintergrund: Kampf um jede Stimme

Schröder und MerkelGroßansicht
Hamburg (dpa) ­ Bei Kopf-an-Kopf-Rennen kann es auf jede Wählerstimme ankommen. Bei der Bundestagswahl 2005 kam die Union zusammen auf 35,17 Prozent der Zweitstimmen, die SPD auf 34,25 Prozent.

Drei Jahre zuvor war es enger denn je. Für die regierenden Sozialdemokraten stimmten 38,52 Prozent der Wähler, für die Union 38,51 Prozent. Weniger als 40 Prozent für jede von beiden stellten ihren Charakter als Volksparteien infrage.

Der Vorsprung der beiden Schwesterparteien im Jahr 2005 betrug 436 389 Zweitstimmen (0,92 Prozentpunkte). Die SPD machte vergeblich geltend, dass sie «stärkste Partei» vor der CDU geworden war. Gerhard Schröder musste das Kanzleramt räumen, weil die CDU/CSU stärkste Fraktion war. 2002 gab es einen hauchdünnen Unterschied von 6027 Stimmen. Nur dank ihrer Überhangmandate blieb die SPD mit 251 zu 248 Sitzen stärkste Fraktion. Bei beiden Wahlen lag die Beteiligung unter 80 Prozent.

In seinem Wahlkampf-Endspurt kämpfte Schröder 2005 um jede Stimme: «Denken Sie daran, morgen am Wahltag Oma und Opa mitzunehmen, aber nur wenn sie SPD wählen», rief er in Recklinghausen. Auch mit Warnungen vor einer «Ellenbogengesellschaft» brachte er die für sicher gehaltene Mehrheit für Schwarz-Gelb ins Wanken. 2002 setzte die SPD siegessicher auf Schröders Ruf als Krisenmanager und Gegner des Irak-Kriegs. Die Union bemühte sich intensiver um Stamm- und Wechselwähler.

Der Kampf um den letzten Wähler kann sich für eine Partei auch nachteilig auswirken. Ursächlich ist das sogenannte negative Stimmengewicht: Parteien, die in einem Bundesland mehr Wahlkreis- als Listenmandate erobern, müssen bei der überregionalen Verrechnung wieder Sitze abgeben.

Wahlen
16.08.2009 · 10:25 Uhr
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