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Hintergrund: Jemen - Basis für Al-Kaida in Südarabien

Berlin (dpa) - Der Jemen am Südrand der Arabischen Halbinsel steht seit Jahren im Visier internationaler Terrorfahnder. Der bitterarme Wüstenstaat gilt als wichtige Basis des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Vor etwa zwei Jahren bildeten Zellen der Terrororganisation in Jemen und dem benachbarten Saudi-Arabien die «Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel» (Al-Qaeda in the Arabian Peninsula/AQAP). Damit wollten die bisher weitgehend regional agierenden Terroristen eine Basis für weltweite Anschläge schaffen. So soll auch die vereitelte Sprengung eines US-Passagierflugzeugs über Detroit am Weihnachtstag 2009 von dem neuen Ableger des Netzwerk organisiert worden sein.

In dem von bürgerkriegsähnlichen Stammeskämpfen erschütterten Staat kontrolliert die geschwächte Zentralregierung nicht alle Landesteile. Diese Regionen nutzt Al-Kaida auch als Rückzugsgebiet mit Rekrutierungs- und Ausbildungslagern. Nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden wurden dort auch Islamisten aus Deutschland und anderen westlichen Ländern militärisch trainiert. Luftangriffe der jemenitischen Armee auf Stellungen der Terroristen wie zuletzt Mitte Oktober 2010 konnten Al-Kaida bisher nicht von dort vertreiben.

Bei dem bisher folgenschwersten Anschlag im Jemen sprengten sich im Oktober 2000 in der Hafenstadt Aden Selbstmordattentäter mit ihrem Boot nahe des US-Zerstörers «USS Cole» in die Luft: 17 US-Soldaten wurden getötet. Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben, als Al-Kaida- Männer im September 2008 die US-Botschaft in der Hauptstadt Sanaa angriffen. In den vergangenen Jahren gingen auch etliche Morde an Touristen aus Deutschland und anderen Staaten auf das Konto von Al- Kaida oder nahestehenden Organisationen.

Terrorismus / USA / Großbritannien
30.10.2010 · 21:47 Uhr
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