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Hintergrund: Hochwasser an der Oder

Hamburg (dpa) - Bedrohliches Hochwasser entlang der Oder gab es in den vergangenen Jahren selten. Im Sommer 2002, als gewaltige Wassermassen in Teilen Europas ganze Landstriche verwüsteten, waren vor allem Regionen an Elbe und Donau betroffen.

1997: Eine aus Polen kommende Hochwasserwelle erreicht über die Oder das Land Brandenburg. Am 23. Juli bricht der erste Deich. 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömen in die Ziltendorfer Niederung. Am 27. Juli erreicht der Oder-Pegel in Frankfurt die Marke von 6,57 Meter. Bis Anfang August bemühen sich 45 000 Helfer, darunter 30 000 Soldaten, die aufgeweichten Deiche mit Millionen von Sandsäcken zu sichern. Insgesamt müssen rund 6500 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Als die Pegel sinken, kehren am 6. August 1997 die ersten Bewohner in ihre Dörfer zurück. Die Landesregierung beziffert den Gesamtschaden auf 648 Millionen Mark (331 Millionen Euro).

1947: Nach tagelangen Regenfällen verbunden mit Tauwetter bricht Ende März im Oderbruch (Ostbrandenburg) bei Neu Manschnow ein Deich. Mindestens 15 Menschen ertrinken, russische Pioniere retten Tausende von den Dächern. 20 000 Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden, 70 000 Hektar Land zwischen Lebus und Oderberg stehen unter Wasser. Südlich von Küstrin hatten sich mächtige Schollen zu einer kilometerlangen Eisbarriere getürmt und den Strom gestaut. Der höchste Stand am Fürstenberger Pegel (heute Eisenhüttenstadt) beträgt 6,38 Meter, am Frankfurter Pegel 6,10 Meter. Viele Deiche waren im Krieg beschädigt und noch nicht wieder repariert worden.

Unwetter / Hochwasser
27.05.2010 · 21:50 Uhr
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