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Hintergrund: Hitze in Fahrgastrechten nicht geregelt

Berlin (dpa) - Das von der Deutschen Bahn angebotene Schmerzensgeld für Hitzeopfer in ICE-Zügen ist eine Kulanzleistung. In den verbrieften Fahrgastrechten komme der Fall einer kaputten Klimaanlage in den Waggons nicht vor.

Das erklärte Heinz Klewe, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr, am Donnerstag in Berlin. «Es gibt keine spezielle gesetzliche Grundlage für ausfallende Klimaanlagen.» Die seit dem 29. Juli 2009 geltenden neuen Fahrgastrechte der Bahnkunden regeln stattdessen vor allem Entschädigungen bei Zugverspätungen.

Allerdings sehe in der Europäischen Union die EU-Verordnung 1371/2007 auch die Entschädigung von Bahnreisenden vor, die bei einem Unfall zu Schaden gekommen sind, sagte Klewe. Konkret gehe es um die Kosten für Heilung und Pflege. Insofern sei zu prüfen, ob Menschen, die in überhitzten Zügen gesessen haben, Ansprüche geltend machen können. Die EU-Verordnung ist die Grundlage der deutschen Fahrtgastrechte.

Kommen Fahrgast und Unternehmen nicht zu einer Einigung, bestehe die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr zu wenden. Diese habe bisher bei Beschwerden zum Eisenbahnverkehr eine Erfolgsquote von mehr als 90 Prozent, sagte Klewe.

Er gehe im konkreten Fall davon aus, dass viele Betroffene die 500 Euro akzeptieren werden. Diese Summe hat die Bahn Hitzeopfern als Schmerzensgeld angeboten.

Bahn / Wetter / Hitze
22.07.2010 · 14:18 Uhr
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