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Hintergrund: Grüne erstmals vor der Union

Berlin (dpa) - Nach ihrem Triumph in Baden-Württemberg über die SPD haben die Grünen in Bremen erstmals auch die CDU bei einer Landtagswahl überholt. Die aus der Anti-Atom-Bewegung hervorgegangene Partei hat damit einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zur Volkspartei getan.

Zumindest in Westdeutschland wachsen die Grünen zu einer echten Konkurrenz für SPD und Union heran.

Die Grünen legten nach ersten Zahlen von 16,5 Prozent 2007 auf klar über 20 Prozent zu. Damit erzielte die frühere Protestpartei ihr bislang bestes Ergebnis in Bremen überhaupt. Bereits am 27. März in Baden-Württemberg hatten die Grünen 24,2 Prozent eingefahren und damit erstmals in einem Land die 20-Prozent-Marke geknackt und die SPD überholt.

2007 hatten die Grünen in Bremen mit 16,5 Prozent ihren bis dahin größten Erfolg bei einer Landtagswahl gefeiert. Zweistellige Ergebnisse gab es in diesem Jahr auch in Hamburg mit 11,2 Prozent und in Rheinland-Pfalz mit 15,4 Prozent.

Schon in den Vorjahren hieß der Genosse Trend Grün. 2009 holten die Grünen bei Landtagswahlen in Hessen 13,7 und in Schleswig- Holstein 12,4 Prozent. Auch bei der Europawahl stimmte jeder achte Wähler für die Grünen. Bei der Bundestagswahl 2009 landeten die Grünen immerhin bei 10,7 Prozent, bei der Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen bei 12,1 Prozent.

Nach der Wiedervereinigung sah das noch ganz anders aus. Von 1990 bis 1995 mussten die Grünen bei elf Landtagswahlen Rückschläge hinnehmen. Von 1998 bis 2002 gab es sogar eine ununterbrochene Serie von Rückschlägen bei 19 Landtagswahlen. Auch danach lief der grüne Motor nur stotternd. 2005 flogen die Grünen mit 8,1 Prozent aus der Bundesregierung.

Seitdem fängt sich die Partei, auch wenn sie 2008 in Hessen und Hamburg jeweils mehr als zweieinhalb Prozentpunkte einbüßte. Seit die FDP 2009 in die Bundesregierung einzog, geht es kräftig aufwärts.

Schwerer als im Westen haben es die Grünen im Osten, wo sie auf dem Erbe der Bürgerrechtsbewegung Bündnis 90 aufbauen. So kassierten sie ihre größte Niederlage bei einer Landtagswahl 2006 in Mecklenburg-Vorpommern mit 3,4 Prozent. Allerdings zog die Partei in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt mit einer Verdoppelung ihres Ergebnisses auf 7,1 Prozent wieder ungefährdet in den Landtag ein. In Thüringen und Brandenburg ist sie seit 2009 wieder im Parlament, in Sachsen schon seit 2004.

Wahlen / Bürgerschaft / Bremen
23.05.2011 · 06:39 Uhr
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