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Hintergrund: Grubenarbeit vielerorts sehr gefährlich

Berlin (dpa) - Bergleute haben vielerorts ein gefährliches Arbeitsleben. Mindestens 12 000 Kumpel kommen nach Schätzungen der Internationalen Föderation der Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften (ICEM/Genf) jährlich bei ihrer Arbeit ums Leben.

Dazu kommen zahlreiche Bergleute, die sich verletzen oder erkranken. Schuld daran sind oft eine mangelhafte Ausrüstung und gravierende Sicherheitsmängel.

Die meisten tödlichen Bergbau-Unglücke gibt es in China. Experten gehen von mehreren tausend Toten im Jahr aus. Viele beklagen, dass es dort weit billiger sei, die Familie eines toten Bergmanns zu entschädigen, als in die Sicherheitsausrüstung zu investieren. Korruption und Vetternwirtschaft von Grubenbesitzern und Behörden verhinderten eine wirksame Aufsicht.

Nach Angaben der ICEM arbeiten Bergleute in zahlreichen Ländern unter lebensbedrohlichen Bedingungen. Demnach gibt es in vielen Minen nur einen Ausgang und keine Geräte, die etwa die Ausbreitung von Gas feststellen. Weil nach Leistung bezahlt wird, riskierten viele Arbeiter ihre Gesundheit, um ihre Familie ernähren zu können.

In zahlreichen Ländern verhinderten Arbeitgeber und Regierungen eine gewerkschaftliche Organisation, die sich für mehr Rechte der Bergleute einsetzen könnte. Außerdem fehle es an Gesetzen und staatlichen Kontrollen.

Die Sicherheitsbestimmungen in deutschen Bergwerken sind nach Ansicht der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie weltweit vorbildlich. Allerdings blicken auch die deutschen Kumpel auf eine lange Leidensgeschichte zurück. So mussten Bergleute vom 16. Jahrhundert an Gelenk- und Muskelschädigungen sowie Lungenerkrankungen hinnehmen. Die ersten amtlichen Staubmessungen sollen erst 1957 gemacht worden sein. Bis heute gibt es Männer, die an der durch Steinstaub hervorgerufenen «Bergmanns-Bronchitis» leiden.

Notfälle / Chile
14.10.2010 · 23:00 Uhr
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