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Hintergrund: Große Streiks der vergangenen Jahre

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Berlin (dpa) - Die Lokführergewerkschaft GDL hat bereits 2007 mit mehreren Streikwellen den Bahnverkehr massiv behindert. Weitere große Streiks im vergangenen Jahrzehnt:

2009: Zehntausende Erzieherinnen und Sozialarbeiter kommunaler Kindertagesstätten legen die Arbeit nieder. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit rund 220 000 kommunalen Kita-Angestellten unter anderem einen tarifrechtlich geregelten Gesundheitsschutz.

2009: Mitten in der Hauptreisezeit sorgt ein Pilotenstreik bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin für Verspätungen. Hintergrund des mehrstündigen Ausstands bei der Konzerntochter LTU ist ein seit Monaten schwelender Tarifstreit um die Eingliederung der im Jahr 2007 gekauften Düsseldorfer LTU.

2008: Zwei Monate lang kosten Streiks infolge mehrerer Tarifkonflikte Lufthansa-Reisende Nerven. Die Gewerkschaft Verdi verlangt 9,8 Prozent mehr Geld für das Kabinenpersonal und die Mitarbeiter am Boden. Unabhängig davon treten die Piloten bei Lufthansa-Töchtern in 24- und 36-stündige Streiks. Mehr als 1500 Flüge fallen aus.

2007: Auf mehr als 100 Baustellen wird nach Angaben der Industriegewerkschaft IG Bau nicht mehr gearbeitet. Der erste Streik im Baugewerbe seit 2002 lähmt die Branche mitten in der konjunkturellen Hochphase.

2007: Die Lokführergewerkschaft GDL bricht die Tarifverhandlungen ab, fordert «mindestens 31 Prozent» mehr Geld und beginnt eine Reihe von Streiktagen. Immer wieder verbieten Gerichte auf Antrag der Bahn Streiks etwa im Fern- und Güterverkehr. Einige Züge stehen wegen der Streiks mehr als zwei Tage am Stück still.

2007: Bundesweit streiken mehrere zehntausend Mitarbeiter der Deutschen Telekom gegen die geplante Auslagerung von 50 000 Arbeitsplätzen. Damit will der Konzern den Angaben nach den Service verbessern und Kosten in einem Volumen von bis zu 900 Millionen Euro einsparen. Es ist der erste Arbeitskampf in der Konzerngeschichte seit dem Börsengang vor zwölf Jahren.

2006: Polizisten, Kindergärtnerinnen oder Müllmänner sind wochenlang im Ausstand. Beim größten Streik im öffentlichen Dienst seit 14 Jahren geht es um Arbeitszeiten und Einkommen von Hunderttausenden Beschäftigten. Parallel zum Streit mit den Ländern kommt es zu Arbeitskämpfen in den Kommunen.

2006: Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund streikt nach der Einigung im öffentlichen Dienst weiter. Nach etwa drei Monaten endet der längste Ärztestreik Deutschlands mit einer Einigung auf mehr Gehalt und begrenzte Bereitschaftsdienste für Zehntausende Uniklinik-Ärzte.

2003: Die weltgrößte Industriegewerkschaft IG Metall stürzt nach dem gescheiterten Arbeitskampf um die Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie in eine tiefe Krise. In der Kritik stehen vor allem der designierte IG Metall-Vorsitzende Jürgen Peters und Verhandlungsführer Hasso Düvel. Die Streiks werden nach ergebnislosen Verhandlungen für 31 0000 Metaller abgebrochen.

2001: Mehr als 2000 Flüge fallen aus und bis zu 200 000 Passagiere warten an den Flughäfen, als die Lufthansa den härtesten Arbeitskampf ihrer Geschichte erlebt. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert aufsehenerregende 30 Prozent mehr Einkommen. Der Schlichterspruch des Ex-Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP) sieht eine 28-prozentige Entgelterhöhung vor.

Tarife / Verkehr / Bahn
10.03.2011 · 11:11 Uhr
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