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Hintergrund: Geschacher ums Bundespräsidentenamt

Berlin (dpa) - Machtkämpfe um die Besetzung des höchsten Staatsamtes haben in Deutschland Tradition. Einige Beispiele zur Kandidatenkür aus der jüngeren Geschichte:

Legendär wurde das Geschacher um die Nominierung von HORST KÖHLER 2004. Tagelang gab es erbitterte Grabenkämpfe in der Union. Wolfgang Schäuble galt als Favorit, aber auch Anette Schavan und Klaus Töpfer waren im Rennen. Die FDP verhinderte schließlich Schäuble. In der Berliner Wohnung von Parteichef Guido Westerwelle einigten sich Angela Merkel und Edmund Stoiber schließlich auf den bis dahin weitgehend unbekannten Präsidenten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Einen Sturm der Entrüstung löste 1993 die Kandidatur des sächsischen Justizministers STEFFEN HEITMANN aus. Helmut Kohl wollte ihn als Vertreter der neuen Bundesländer ins höchste Staatsamt holen. Umstrittenen Äußerungen des Kandidaten zur deutschen Geschichte, über Ausländer und Frauen lösten eine gewaltige Debatte über seine Rechtslastigkeit aus, die schließlich zu seinem Rückzug von der Kandidatur führte. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Roman Herzog wurde kurzfristig Ersatzkandidat und wurde dann auch gewählt.

RICHARD VON WEIZSÄCKER lieferte sich 1983 vor laufenden Kameras heftige Auseinandersetzungen mit Helmut Kohl, bevor er gegen den Willen des damaligen Kanzlers Kandidat der Union wurde. Die Szene, wie sich die beiden auf der Tribüne eines Länderspiels in Berlin anschrien, war im TV zu sehen gewesen. Weizsäcker und Kohl wurden seitdem nie mehr Freunde.

Bundespräsident
03.06.2010 · 23:06 Uhr
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