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Hintergrund: Gentest innerhalb von Stunden

Berlin (dpa) - Eine Genanalyse soll die Identität von Osama bin Laden bestätigt haben, bevor US-Präsident Barack Obama die Nachricht vom Tod des Al-Kaida-Chefs bekanntgab. Tatsächlich kann ein solcher Test schon innerhalb von rund drei Stunden sehr exakte Ergebnisse liefern.

Aus dem Blut können Experten das Erbmaterial innerhalb von 15 Minuten isolieren. Anschließend wird in der Regel die DNA (Desoxyribonukleinsäure) vermehrt - oft schon innerhalb von zwei Stunden. Danach trennen Experten die DNA-Abschnitte in etwa 30 bis 40 Minuten mittels Elektrophorese auf. Sie analysieren dann mehrere DNA-Regionen auf dem Erbgutstrang, die außerhalb eines Gens liegen. Deren Muster variieren, jeder Mensch hat sein eigenes genetisches Profil.

Oft liegt eine Vergleichsprobe vor, etwa DNA aus Haaren, Sperma, Hautteilen oder Speichel des Menschen, der identifiziert werden soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Code bei zwei Menschen identisch ist, liegt bei etwa eins zu 500 Millionen. Wenn man mehr DNA-Regionen als üblich analysiert, kann sie sogar auf eins zu 1000 Milliarden steigen. Zum Vergleich: Es gibt derzeit rund 7 Milliarden Menschen auf der Erde.

Liegt noch kein genetischer Fingerabdruck zum Vergleich vor, können Verwandte analysiert werden: Gene von Eltern und Kindern gleichen sich zu 50 Prozent, woraus sich auch noch ein gutes Ergebnis ermitteln lässt. Schwieriger kann es schon bei Geschwistern werden. Nach CNN-Informationen wurde von Bin Laden zudem ein biometrisches Profil erstellt und die Gesichtszüge genau vermessen.

Terrorismus / USA
03.05.2011 · 21:57 Uhr
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