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Hintergrund: Gatten im Schatten

König Carl Gustaf mit Tochter und SchwiegersohnGroßansicht
Hamburg (dpa) - Auf Daniel Westling kommt einiges zu. Der frisch angetraute Mann von Schwedens Kronprinzessin Victoria muss damit klar kommen, stets im Schatten einer künftigen Königin zu stehen.

Ein Blick auf drei Ehemänner beliebter Regentinnen:

Prinz Philip (89): Der Gatte der englischen Königin Elizabeth II. gilt als wichtigste Stütze der Queen. Im Hintergrund übt Philip Mountbatten, Herzog von Edinburgh, enormen Einfluss auf die Geschicke des britischen Hofes aus. Dass er öffentlich im Schatten seiner Frau steht, mag ihn selbst manchmal stören. Nach Meinung von Kennern meistert er diese Herausforderung aber mit Bravour. Privat hält er sich angeblich nicht zurück. «Sie hat die Krone auf, aber er hat die Hosen an», sagte ein Höfling. Das Volk amüsiert der Prinz regelmäßig mit Ausrutschern und beißender Ironie. So nannte der «König des Fauxpas» den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl «Reichskanzler». Engländern, die den pazifischen Inselstaat Papua-Neuguinea durchwandert hatten, gratulierte er, dass «Sie es geschafft haben, nicht gegessen zu werden».

Prinz Henrik (76): Der Gatte der dänischen Königin Margrethe II. hat sich mehrfach über seine untergeordnete Rolle beklagt. Dass er als Mann von einem «Taschengeld» seiner Frau leben müsse, fand er unzumutbar. Daraufhin kürzten Regierung und Parlament diskret die Apanage der Königin, um deren Gemahl einen eigenständigen Betrag zahlen zu können. Auch mit seinem Prinzentitel war er unzufrieden und wollte lieber König Henrik heißen. Bei den Dänen ist der gebürtige Franzose umstritten. Für Schlagzeilen sorgte er zum Beispiel mit der These, Kindererziehung unterscheide sich im Prinzip nicht von der Aufzucht von Tieren. Sein immer noch holprig klingendes Dänisch hat die Beziehung zu den Bürgern seiner Wahlheimat auch nicht verbessert.

Prinz Claus (1926-2002): Der Ehemann der niederländischen Königin Beatrix hatte es nicht leicht. Als sich der einstige deutsche Diplomat mit der damaligen Kronprinzessin verlobte, schlug ihm viel Ablehnung entgegen. Bei der Hochzeit gingen aus Protest Rauchbomben hoch. Doch im Laufe der Jahre steigerte er sein Ansehen. Er stand seiner Gattin mit klugem Rat zur Seite und galt als liebevoller Familienvater. Sein Charme, sein Humor und seine Tiefgründigkeit entfalteten sich aber vor allem jenseits der zeremoniellen Welt. Das Leben im Schatten des Throns verlangte ihm einiges ab. «Für mich ist es sehr schwer, immer im Abseits zu stehen», sagte er. «Ohne sie bin ich nichts, das ist mir immer bewusst.» Jahrzehntelang kämpfte er gegen schwere Krankheiten. Seine Depressionen führten Beobachter auf eine «unerfüllte Existenz» zurück. Im Alter setzte dem «traurigen Prinzen» die Parkinson-Krankheit sichtbar zu, sein Stuhl neben der Königin blieb oft leer. Seiner Popularität schadete das nicht.

Monarchie / International / Schweden
20.06.2010 · 09:02 Uhr
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