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Hintergrund: Frühwarnung der Fußballverbände

Das beleuchtete Logo des Fußball-Weltverbandes FIFA, aufgenommen am Hauptquarftier in Zürich.Großansicht
Frankfurt/Main (dpa) - Die immer wiederkehrenden Probleme mit Manipulationen von Spielen haben die Fußball-Verbände dazu veranlasst, sogenannte Frühwarnsysteme zu installieren. Damit sollen Auffälligkeiten beim Einsatzverhalten im Wettgeschäft festgestellt werden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) arbeiten seit dem Skandal um den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer und manipulierte Fußballspiele 2005 mit dem Unternehmen Sportradar zusammen.

Sportradar arbeitet nach eigenen Angaben international «mit einem ausgeklügelten System, an dem mehrere hundert Mitarbeiter beteiligt sind». Unter anderem werden die Quotenveränderungen der Wettanbieter in bestimmten Zeit-Intervallen untersucht. Verändern sich diese auffällig, werden automatisch Warnhinweise versendet. Allerdings hat sich der Wettmarkt in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Immer häufiger setzen die Zocker ihr Geld in Live-Wetten ein. Diese beginnen erst, wenn die Partien bereits laufen. Warnhinweise sind in solchen Fällen schwierig.

Der Weltfußballverband FIFA hat im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 das «FIFA Early Warning System» ins Leben gerufen, um ebenfalls ungewöhnliche Wettvorgänge in allen Wettbewerben zu beobachten. Beim Europäischen Fußballverband UEFA nimmt man das Problem ebenfalls sehr ernst. Zu Beginn dieses Jahres hat die UEFA das Frühwarnsystem gegen Wettbetrug (BFDS) eingeführt.

Mit dieser aufwendigen Datenbankanwendung werden nicht nur alle Spiele in UEFA-Wettbewerben beobachtet, sondern auch sämtliche Partien in den beiden höchsten Ligen sowie den Pokalwettbewerben der Mitgliedsländer. Insgesamt werden so rund 29 000 Spiele pro Saison auf möglichen Wettbetrug hin kontrolliert. Von der BFDS wird im Verdachtsfall ein Bericht zum fraglichen Spiel erstellt, dies ist der erste Schritt für folgende Untersuchungen. Laut UEFA laufen neun von zehn Manipulationsversuche über Asien.

Der staatliche Wettanbieter Oddset arbeitet mit dem Oddset-Kontroll-System (OKS), das alle rund 25 000 Annahmestellen in Deutschland überwacht. Spiele und Kombinationen mit auffällig vielen oder hohen Einsätzen können bei Bedarf sofort gesperrt werden. Anders als in Asien ist der Einsatz bei Oddset-Wetten begrenzt. Maximal können 500 Euro pro Wette gesetzt werden, als maximaler Gewinn werden 50 000 Euro pro Einzelwette ausgeschüttet. Seit Anfang 2008 kann zudem nur noch mit einer Kundenkarte gewettet werden.

Fußball / Kriminalität / Wetten
20.11.2009 · 22:48 Uhr
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