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Hintergrund: Friedensnobelpreise an Gefangene

Bei der Verleihung 1991 stand die birmanische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi unter Hausarrest. Immerhin konnte ihre Familie den Preis in Empfang nehmen.

Berlin (dpa) - Der chinesische Menschenrechtler Liu Xiaobo ist der zweite Geehrte, dem der Friedensnobelpreis während der Haft zuerkannt wird. Der erste war 1935 der deutsche Publizist Carl von Ossietzky (1889-1938), der damals im Konzentrationslager Papenburg- Esterwegen saß.

Die Nationalsozialisten hatten den Pazifisten und Gegner der deutschen Wiederaufrüstung 1933 verhaftet. Im Zuchthaus und später im KZ wurde der Redakteur und Hausgeber der Wochenschrift «Die Weltbühne» schwer misshandelt.

Internationale Initiativen starteten damals eine Kampagne für die Verleihung des Nobelpreises an den prominenten Häftling. Sie hofften, damit sein Leben zu retten. Mit Druck und Drohungen gegen das Nobelkomitee versuchte die Reichregierung, die Auszeichnung zu verhindern. Erst Ende 1936 wurde Ossietzky dann der Preis zuerkannt - rückwirkend für 1935. Auf internationalen Druck hin kam er dann zwar aus dem Lager, blieb aber - von Misshandlungen und Krankheit schwer gezeichnet - unter Polizeiaufsicht. 1938 starb er an Tuberkulose.

Auch zwei weitere Preisträger waren nicht frei, als ihnen die Auszeichnung zuerkannt wurde: Der Bürgerrechtler Albert Luthuli stand 1960 im Apartheid-Staat Südafrika ebenso unter Hausarrest wie 1991 die birmanische Oppositionspolitikerin und Gegnerin der Militärjunta, Aung San Suu Kyi.

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Friedensnobelpreis
Nobelpreise / Menschenrechte / China
10.12.2010 · 20:56 Uhr
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