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Hintergrund: Fragen und Antworten zum Elektroauto

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Frankfurt/Main (dpa) - Auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt stehen bei vielen Herstellern Elektromobil-Pläne im Mittelpunkt. Zentrale Fragen und Antworten zu dem Thema:

Was sind die Vorteile des Elektroautos?

Es zählt vor allem der Öko-Vorteil: Die Elektrofahrzeuge stoßen keine umweltschädlichen Substanzen aus, vor allem auch nicht den Klima-Killer Kohlendioxid (CO2). Natürlich muss der Strom, mit dem sie fahren, auch erst produziert werden. Doch laut Experten fällt die Klima- und Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen auch unter Berücksichtigung der Stromerzeugung noch deutlich besser aus als bei sparsamsten Verbrennungsmotoren. Außerdem sind Elektro-Fahrer unabhängiger von Schwankungen der Ölpreise - auch wenn teures Öl auch den Strom verteuern kann.

Was sind die Probleme?

Hauptsächlich gibt es zwei Hürden: Die Technik ist zu teuer und die Batterien sind zu schwach und zu schwer. Nach bisherigen Ankündigungen könnten Elektroautos locker einige zehntausend Euro mehr kosten als vergleichbare Wagen mit Verbrennungsmotoren. Um diesen Kostennachteil abzufedern, hofft beispielsweise Renault-Chef Carlos Ghosn auf Subventionen von Ländern, die Klimaschutz-Ziele erreichen wollen. Die Batterien nehmen derzeit noch sehr viel Platz im Wagen in Anspruch. Bei der Batterietechnik gibt es stetig Fortschritte, es ist aber nicht davon auszugehen, dass in absehbarer Zukunft kompakte Akkus mit Reichweiten entwickelt werden, die denen aktueller Motoren vergleichbar sind.

Wann kommt der Durchbruch für das Elektroauto?

Auf jeden Fall noch nicht in den nächsten Jahren. Eine gute Marke ist das Jahr 2020, für das es verschiedenste Prognosen gibt. Die Schätzungen von Branchenexperten zum möglichen Marktanteil schwanken zwischen gut 5 und 15 Prozent, Renault glaubt an 10 Prozent.

Wie sind die Reichweiten?

Das hängt stark von Batteriekapazität und Fahrverhalten ab. Es gibt große Unterschiede. Derzeit kommen Stadtwagen auf 50-60 Kilometer mit einer Batterieladung. In den nächsten Jahren werden auch für größere Fahrzeuge 150 Kilometer für realistisch gehalten. Der amerikanische Elektro-Sportwagenbauer Tesla gibt jetzt schon die Reichweite mit 220 Meilen (gut 350 Kilometer) an.

Muss man ein Elektroauto nicht stundenlang aufladen?

Nein. Im «Schnelllade-Modus» soll die Batterie in nur einer halben Stunde auf 80 Prozent der Kapazität aufgeladen werden können. Die volle Ladezeit dürfte aber weiterhin bei mindestens vier Stunden liegen. Eine andere Idee ist, ein Netz von Wechsel-Stationen aufzubauen, an denen die Batterien einfach in wenigen Minuten ausgewechselt und erst danach vom Betreiber aufgeladen werden.

Auto / Messen / IAA
15.09.2009 · 16:58 Uhr
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