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Hintergrund: Fakten zum Bio-Landbau

Berlin (dpa) - Der Dioxin-Skandal hat die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten verstärkt. Einige Erklärungen zum Bio-Landbau:

Was bedeutet ökologischer Landbau?

Der Grundgedanke ist Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Tiere werden besonders artgerecht gehalten und möglichst mit Futter aus eigenem Anbau versorgt. Öko-Bauern verzichten auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und versuchen die natürliche Bodenfruchtbarkeit etwa durch ausgeprägte Humuswirtschaft zu erhalten. Die EU hat genau festgelegt, wie Öko-Produkte erzeugt werden müssen. Die Anbaubetriebe werden kontrolliert.

Gibt es einen Unterschied zwischen «bio» und «öko»?

Nein. Im Zusammenhang mit Lebensmitteln bezeichnen beide Begriffe Produkte, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erzeugt und verarbeitet wurden.

Wie viele Öko-Betriebe gibt es?

Mehr als 21 000 Bio-Erzeugerbetriebe registrierte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft Ende 2009. Das waren rund 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Betriebe bewirtschafteten eine Fläche von rund 950 000 Hektar. Die Bio-Fläche wurde hauptsächlich als Grünland und Ackerland benutzt.

Welche Bedeutung haben die Bio-Bauern?

Der Anteil der Öko-Betriebe an den Agrarbetrieben insgesamt ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - von etwa 1 Prozent im Jahr 1996 auf fast 6 Prozent in 2009.

Warum sind Öko-Produkte teurer als konventionelle Lebensmittel?

Ihre Herstellung ist aufwendiger und daher auch kostenintensiver.

Warum unterstützt der Staat Öko-Landwirte?

Ein Betrieb, der auf Öko-Landbau umstellt, darf erst nach zwei bis drei Jahren Öko-Ware verkaufen. Zudem muss er sich oft neue Vermarktungswege erschließen. Die Einführung wird deshalb mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Wie viel Geld zahlt der Staat an Öko-Betriebe?

Im Jahr 2009 wurde die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte aus ökologischem Landbau mit rund 137 Millionen Euro gefördert. Nach einem Rahmenplan für die Jahre 2010 bis 2013 betragen die Beihilfen für die Einführung ökologischer Anbauverfahren pro Hektar 210 Euro für Ackerflächen oder Grünland, 480 Euro für Gemüsebau und 900 Euro für Dauer- oder Baumschulkulturen. Für die Beibehaltung ökologischer Anbauverfahren gibt es je Hektar 170 Euro für Ackerflächen oder Grünland, 300 Euro für Gemüsebau und 720 Euro für Dauer- oder Baumschulkulturen. Die Länder können die Beträge allerdings bis zu einem gewissen Rahmen anheben oder absenken.

Agrar / Gesundheit
11.01.2011 · 22:49 Uhr
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