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Hintergrund: Entschädigungszahlungen

Hamburg (dpa) - Immer mehr Opfer von sexuellem Missbrauch melden sich zu Worte. Wie in anderen Ländern drohen der katholischen Kirche auch in Deutschland Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe.

USA: Die Kirche entschloss sich 2006 zu Zahlungen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) an die Opfer. Viele Diözesen gerieten an den Rand des Ruins. Sie mussten ihre Ausgaben drastisch reduzieren, schlossen Kirchen und Schulen. Seit 1950 kosteten die Verfehlungen von Priestern die Kirche insgesamt mehr als 2,6 Milliarden Dollar (derzeit fast 1,9 Milliarden Euro). Mindestens 4400 Priester hatten sich an nahezu 11 000 Kindern vergangen.

IRLAND: Die Regierung vereinbarte 2009 mit kirchlichen Orden einen Entschädigungsfonds von 2,1 Milliarden Euro. Ein Großteil des Geldes brachte die Kirche durch den Verkauf von Gebäuden und Ländereien auf. Bis in die 1990er Jahre wurden tausende Kinder in kirchlichen Heimen gequält und missbraucht. Einige Bischöfe traten zurück, weil sie zulange geschwiegen hatten.

Über Entschädigungen in anderen Ländern gibt es nur bruchstückhafte Berichte. Aus Kanada wurde 2009 bekannt, dass die Diözese des Bistums London (Ontario) einer heute 51-Jährigen zwei Millionen kanadische Dollar (1,3 Millionen Euro) gezahlt hat. Sie war als Kind wie Dutzende andere Mädchen von einem Priester geschändet worden.

Kirche / Kriminalität
12.03.2010 · 21:55 Uhr
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