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Hintergrund: Die Wehrpflicht in Deutschland

Berlin (dpa) - Zum Wehrdienst sind in Deutschland im Prinzip alle Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren verpflichtet. Im Westen rückten 1957 die ersten Wehrpflichtigen in die Kasernen ein.

Bislang waren es insgesamt mehr als acht Millionen. 1962 führte auch die DDR die Wehrpflicht ein. Im vergangenen Jahr wurden 68 300 junge Männer einberufen, ihren Grundwehrdienst oder einen freiwillig verlängerten Dienst abzuleisten.

Die Dauer des Dienstes wurde mehrfach geändert. Anfangs waren es 12 Monate, in den 1960er Jahren 18 Monate, von 2002 an 9 Monate. Zum 1. Juli 2010 verkürzte die schwarz-gelbe Koalition den Wehrdienst auf 6 Monate.

Heute wird nur noch ein Bruchteil der jungen Männer eingezogen. Von derzeit insgesamt knapp 254 000 Bundeswehrsoldaten haben sich 20 000 freiwillig zu einem längeren Dienst verpflichtet. Seit 2001 dürfen auch Frauen freiwillig Dienst an der Waffe tun. Die Wehrpflicht gilt jedoch weiterhin nur für Männer.

Der Zivildienst ist eng mit dem Wehrdienst verknüpft. Er wurde 1961 für Wehrpflichtige eingeführt, die aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe verweigern. Anfangs dauerte er 15 Monate, Ende der 80er Jahre sogar 20 Monate. Damals legte ein Gesetz fest, dass er ein Drittel länger sein muss als der Wehrdienst.

In diesem Juli wurde aber auch der Zivildienst von 9 auf 6 Monate verkürzt. Freiwillig können «Zivis» ihn um bis zu sechs Monate verlängern. 2009 leisteten 90 555 Kriegsdienstverweigerer Zivildienst, die meisten im sozialen Bereich.

Verteidigung / Bundeswehr / Reform
23.08.2010 · 21:55 Uhr
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