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Hintergrund: Die syrische Opposition

Berlin/Kairo (dpa) - Die syrische Opposition hat ein gemeinsames Ziel: Das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu stürzen. Mehrere Gruppen ringen um Einfluss - sie gelten aber als zerstritten. Ein Überblick über die wichtigsten Gruppen:

- Syrischer Nationalrat (SNC): Gegründet in Istanbul arbeitet der Nationalrat seit Herbst 2011 als Zusammenschluss verschiedener Oppositionsgruppen. Dazu zählen die in Syrien verbotene Muslimbrüderschaft, Minderheiten wie Kurden und Christen, Intellektuelle, Dissidenten und einige wenige junge Revolutionäre. Der Nationalrat unterhält Vertretungen im Ausland, unter anderem in Istanbul, Kairo und Dubai, aber auch Büros in London, Paris und Washington. Er wird von westlichen Diplomaten als wichtigstes Oppositionsbündnis wahrgenommen. Nach eigenen Angaben hat der SNC zur Zeit 310 Mitglieder. Vorsitzender ist der Kurde Abdulbaset Sieda, ein studierter Philosoph, der im schwedischen Exil lebt. Er gehört wie sein Vorgänger, der Sorbonne-Professor Burhan Ghaliun, zum säkularen Flügel des SNC. Der Rat entscheidet alle drei Monate neu über den Vorsitz.

- Nationales Koordinationskomitee für Demokratischen Wandel (NCC): Dem im Mai 2011 gegründeten NCC gehören Reformer und Regimekritiker an. Seine Aktivitäten werden von der Regierung zumindest teilweise geduldet. Einige Mitglieder wurden jedoch festgenommen oder an der Ausreise gehindert. Der inländischen Organisation gehören vor allem linksgerichtete Gruppen an. Hinzu kommen kurdische Parteien. Vertreter des in Damaskus ansässigen Komitees plädierten lange für einen Dialog mit der Regierung Assads. Vorsitzender ist Hussein Abdel Azim.

- Lokale Koordinierungskomitees (LCC): International weniger bekannt. In vielen syrischen Städten und Provinzen organisieren sich vorwiegend Studenten in diesen selbstverwalteten Gruppen. Die zumeist jungen Widerständler, von denen einige inzwischen aus Angst vor Verhaftung ins benachbarte Ausland geflüchtet sind, agieren vorwiegend über soziale Netzwerke und eigene Webseiten. Einige von ihnen lehnen eine ausländische Einmischung ab.

- Freie Syrische Armee (FSA): Dieser bewaffnete Widerstand besteht aus kleinen Einheiten von Deserteuren der syrischen Regierungstruppen. Die Rebellen operieren zum Teil aus dem türkischen Grenzgebiet. Weitere geografische Schwerpunkte sind die Provinzen Idlib und Homs sowie einige Ortschaften im Umland von Damaskus und in Deir as-Saur. Die Angaben über ihre Stärke variieren drastisch: je nach Quelle zwischen 2000 und 60 000 Mann.

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Konflikte / Syrien
11.07.2012 · 10:03 Uhr
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