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Hintergrund. Die Spitzenkandidaten im Kurzporträt

Die Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wulf Gallert (Die Linke - l-r), Reiner Haseloff (CDU) und Jens Bullerjahn (SPD).Großansicht

Magdeburg (dpa) - Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 20. März treten 13 Parteien mit Landeslisten an. Das Wichtigste zu den Spitzenkandidaten der fünf etablierten Parteien:

REINER HASELOFF (CDU): Der Wirtschaftsminister gilt seit Jahren als erster Anwärter auf die Nachfolge von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU). Nun hat er gute Aussichten, das Amt des 75-Jährigen zu übernehmen, der am 20. März nicht noch einmal antritt. Haseloff (57) ist promovierter Physiker, wurde im Jahr 2002 Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und übernahm die Leitung des Ressorts nach der Landtagswahl im Frühjahr 2006. Er gilt als umtriebig, sucht das Gespräch mit Unternehmern und verteilt Förderbescheide - kaum eine Betriebseröffnung oder Grundsteinlegung, bei der sich Haseloff nicht blicken lässt. Dabei hat er viele der Investoren selbst mit ins Land geholt. Gespräche mit potenziellen Geldgebern erklärte er nach der Landtagswahl 2006 zur Chefsache. Haseloff kommt zugute, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt seit einiger Zeit positiv entwickelt - im vergangenen Jahr lag sie aber noch bei durchschnittlich 12,5 Prozent.

WULF GALLERT (LINKE): Der 47-Jährige will erster Ministerpräsident der Linken in Deutschland werden. Nimmt man die jüngsten Umfragewerte als Maßstab, wird das aber schwierig. Weil die SPD ein Bündnis unter der Führung Gallerts ausgeschlossen hat und in Umfragen jetzt gleichauf mit der Linken liegt, muss sich Gallert vermutlich erneut mit der Rolle des Oppositionsführers in Magdeburg zufriedengeben. Gallert, der dem Landtag seit 1994 angehört, führt seit 2004 die PDS- beziehungsweise später die Linke-Fraktion. Zuvor war er rund zehn Jahre deren Parlamentarischer Geschäftsführer. In dieser Zeit profilierte er sich als Finanzexperte und scharfzüngiger Redner. Schon 2006 führte Gallert seine Partei als Spitzenkandidat in die Wahl. Er gilt als einer der «Väter» des bundesweit heftig umstrittenen Magdeburger Modells von 1994, einer von den Linkssozialisten tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung.

JENS BULLERJAHN (SPD): Mit seinen 48 Lebensjahren ist er in Sachsen-Anhalt schon ein politisches Urgestein. Der Elektroingenieur gehört dem Landtag seit 1990 an. Er zog vor fünf Jahren als SPD-Spitzenkandidat in die Landtagswahl und wurde danach Finanzminister. Jetzt nimmt Bullerjahn einen zweiten Anlauf, um Regierungschef zu werden. Als Finanzminister kämpft er mit Sachsen-Anhalts großem Schuldenberg. Sein Ziel ist, dass das Land spätestens im Jahr 2013 mit der Tilgung der Verbindlichkeiten in Höhe von 20 Milliarden Euro beginnen kann. Immer wieder legt er Konzepte auf den Tisch, mit denen er das Land finanziell besser aufstellen will. Dabei hatte er stets die Rückendeckung von CDU-Ministerpräsident Böhmer. Allein als Sparfuchs ist Bullerjahn im Wahlkampf aber nicht unterwegs. Sein Motto lautet «Konsolidieren und gestalten», beispielsweise über eine Rückkehr zum Anspruch auf ganztägige Betreuung für alle Kinder.

VEIT WOLPERT (FDP): Er ist 50 Jahre alt und schaffte 2002 als damals eher unbeschriebenes Blatt den Einzug in den Landtag. Schon nach kurzer Zeit stieg Wolpert zum FDP-Fraktionschef auf. Nach dem Debakel der FDP bei der Landtagswahl 2006 - die Liberalen waren um die Hälfte auf 6,7 Prozent eingebrochen - musste Wolpert in die zweite Reihe treten und dem Spitzenkandidaten Karl-Heinz Paqué den Vortritt lassen. Seit dem Rückzug Paqués aus der Politik im April 2008 ist er wieder die Nummer eins in der Fraktion. Wolpert stammt aus Würzburg und fällt im Landtag nicht nur wegen seines bayerischen Akzents, sondern auch wegen seiner Redegewandtheit auf. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Rechts-, Kommunal- und Wirtschaftspolitik. Wolpert kam nach der Wende nach Bitterfeld-Wolfen, wo er sich als Rechtsanwalt selbstständig machte. Der FDP trat Wolpert 1990 bei.

CLAUDIA DALBERT (GRÜNE): Mit der 56-Jährigen an der Spitze wollen die Grünen nach 13 Jahren wieder in den Landtag einziehen. «7 Prozent plus x» lautet das Ziel der Partei, die in Sachsen-Anhalt eher schwach aufgestellt ist. Dem Landesverband gehören 600 Mitglieder an. Gute Ergebnisse bei Wahlen beschränkten sich zuletzt vor allem auf die Großstädte Halle und Magdeburg. Spitzenkandidatin Dalbert, die mit Christoph Erdmenger an der Spitze der Landesgrünen steht, trat landespolitisch bisher kaum in Erscheinung. Sie wurde mit großer Mehrheit auf Platz eins der Landesliste gewählt. Dalbert ist seit 1998 als Psychologie-Professorin an der Universität Halle-Wittenberg tätig. Den Grünen trat die aus Köln stammende Wissenschaftlerin erst 2007 bei. Als Kernthema ihrer Politik nennt sie Gerechtigkeit.

Wahlen / Landtag / Sachsen-Anhalt
20.03.2011 · 18:09 Uhr
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