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Hintergrund: Die Provinz Baghlan

Kabul (dpa) - Kabul (dpa) - Die Provinz Baghlan war ebenso friedlich wie die Nachbarprovinz Kundus, als die Bundeswehr vor gut sechs Jahren ihren Einsatz in Nordafghanistan begann. Die Gewalt in Kundus eskalierte und strahlte auch auf Baghlan ab.

Die Gewalt in Kundus eskalierte und strahlte auch auf Baghlan ab. In beiden Provinzen lebt eine paschtunische Minderheit, die Mehrheit stellen Tadschiken. Aus den Paschtunen rekrutieren sich die Taliban. Der Distrikt Baghlan Markasi (auf manchen Karten Baghlani Dschadid genannt) ist mehrheitlich paschtunisch - ebenso wie der nördliche Nachbardistrikt Char Darah, der zu Kundus gehört und in dem die Bundeswehr immer wieder angegriffen wird.

Baghlan gehört zum Regionalkommando Nord der Internationalen Schutztruppe ISAF, das Deutschland befehligt. Die Provinz ist für die ausländischen Truppen von großer Bedeutung. Durch Baghlan führt eine Schnellstraße von den GUS-Staaten im Norden über den Salang-Pass und den Hindukusch in die afghanische Hauptstadt Kabul.

Auf diese Strecke weicht die NATO geführte ISAF für ihren Nachschub zunehmend aus, seit ihre Konvois aus Pakistan im unruhigen Grenzgebiet zu Afghanistan immer öfter von radikal-islamischen Aufständischen angegriffen werden. Daher liegt es im Interesse der Taliban, auch die Nordroute mit Anschlägen und Angriffen zu stören.

Die Provinzhauptstadt Pul-i-Chumri ist außerdem ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, dort zweigt eine Straße nach Westen in Richtung Masar-i-Scharif von der Nordroute zwischen Kabul und den GUS-Staaten ab. Nach Angaben der Regierung leben in Baghlan rund 740 000 Menschen vor allem von Landwirtschaft.

Afghanistan
24.04.2010 · 21:49 Uhr
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