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Hintergrund: Die Listen der Neonazis

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag und der CSU-Parlamentarier Hans-Peter Uhl sollen im Visier der Nazis gewesen sein. Fotos: Robert Schlesinger/Karlheinz SchindlerGroßansicht

Berlin (dpa) - Die Behörden haben Listen der Zwickauer Zelle gefunden, auf denen tausende von Namen stehen. Allerdings sind es keine «Todeslisten», wie die Behörden betonen. Beide Listen waren auf USB-Sticks abgelegt. Die kürzere mit 88 Posten könnte ein Auszug der längeren mit 10 000 Namen sein. Beide entstanden vermutlich zwischen 2005 und 2007. Ein Überblick:

Liste 1:

- öffentlich bekanntgeworden am Mittwoch, den 16. November

- gefunden in der Zwickauer Wohnung des Trios

- 88 Posten mit Namen, Organisationen und anderen Angaben

- bekannte Politiker: Jerzy Montag (Grünen-Bundestagsabgeordneter), Hans-Peter Uhl (CSU-Abgeordneter)

Liste 2:

- öffentlich bekanntgeworden am Freitag, den 18. November

- rund 10 000 Posten vermerkt

- rund 500 Namen aus Rheinland-Pfalz, darunter Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), Maria Böhmer (CDU, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung) und Rainer Brüderle (damaliger FDP-Bundestagsfraktionsvize)

- mehrere Politiker des Schweriner Landtages in Mecklenburg-Vorpommern

- 230 Personen und Institutionen in Sachsen-Anhalt

- rund 330 Datensätze mit Bezug zu Sachsen

- laut Sicherheitsbehörden sind die Daten «willkürlich» und «telefonbuchartig» zusammengestellt. Allerdings tauchen Anschlagsorte auf, die auf das Konto des Neonazi-Trios gehen sollen: München (dort wurden 2001 und 2005 insgesamt zwei Männer getötet), Dortmund (dort kam 2006 ein Kioskbesitzer um) und Kassel (dort starb 2006 der Betreiber eines Internetcafes).

- Angaben wie Büroadressen, Telefon- und Faxnummern basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen.

Extremismus / Kriminalität
19.11.2011 · 21:33 Uhr
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