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Hintergrund: Die Kritik an den Ratingagenturen

Berlin (dpa) - Die Bewertungen der Ratingagenturen sind umstritten. Ihnen wird vorgeworfen, die Finanzkrise 2008 mit verursacht zu haben, weil sie Bestnoten für Wertpapiere vergaben, in denen faule US-Immobilienkredite gebündelt waren.

Damit führten sie Anleger, darunter gerade auch deutsche Banken, in die Irre. In Europa wird zudem kritisiert, dass die drei profitorientierten US-Unternehmen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch den Markt dominieren und in der Regel ausgerechnet von denen, die sie bewerten, auch bezahlt werden. Die Wissenschaftler Hanno Beck und Helmut Wienert von der Hochschule Pforzheim sprechen von einem «engen Oligopol mit hohen Gewinnspannen und schlechter Bewertungsleistung». S&P sorgte zudem vor einigen Wochen mit einer Computerpanne für Aufsehen.

In der Schuldenkrise basieren die Benotungen einzelner Länder oder Banken häufig auf schon bekannten Daten, sorgen aber zum Veröffentlichungszeitpunkt an den Märkten für erneute Verunsicherung. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier wollte daher die Bewertungen von Euro-Krisenländern unter bestimmten Umständen vorübergehend verbieten, konnte sich aber in diesem Punkt nicht durchsetzen. Allerdings sollen die Noten der Ratingagenturen künftig vergleichbarer und transparenter werden. Für ihre Regulierung zuständig ist die neue Europäische Wertpapieraufsicht ESMA in Paris.

EU / Finanzen / Rating / Bewertung
07.12.2011 · 21:20 Uhr
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