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Hintergrund: Die größten Baustellen der Deutschen Bank

Ein kritischer Aktionär äußert sich während der Rede des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Festhalle in Frankfurt am Main. Foto: Arne DedertGroßansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Josef Ackermann übergibt nach eigener Einschätzung die Deutsche Bank «in guter Verfassung». Doch seine Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Ein Überblick:

- SCHULDENKRISE: In Zeiten von Finanz- und Schuldenkrise hängt das Geschäft der Banken mehr denn je von den Entwicklungen an den Finanzmärkten ab. Eine international vernetzte Bank wie die Deutsche Bank kann sich Turbulenzen nicht völlig entziehen.

- KAPITAL: Regulatoren verlangen mehr Eigenkapital gegen Risiken. Immer wieder betonte die Deutsche Bank, sie könne das aus eigener Kraft stemmen - also ohne Kapitalerhöhung. Analysten bezweifeln das, sie verweisen auf deutlich höhere Kapitalquoten etwa von Schweizer Konkurrenten.

- RECHTLICHE RISIKEN: Auf insgesamt rund drei Milliarden Euro beziffert die Bank die Risiken in ihrem Geschäftsbericht 2011. Vor drei Wochen kaufte sie sich für 202 Millionen Dollar aus einem bedrohlichen Fall in den USA frei: Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen. Doch es gibt zahlreiche weitere Klagen wegen Geschäften aus Zeiten vor Finanzkrise, auch von deutschen Kommunen und Landesbanken, die sich etwa bei Zinswetten über den Tisch gezogen fühlen. Offen ist weiterhin der seit Jahren andauernde Streit um Schadensersatz in Milliardenhöhe wegen der Pleite des Kirch-Medienimperiums. Ein zum Greifen naher Vergleich scheiterte zu Jahresbeginn an Widerständen innerhalb der Bank.

- INVESTMENTBANKING: Es war lange der Gewinnbringer der Bank. Doch das Geschäft gilt als extrem schwankungsanfällig. Und die immer strengeren Kapitalanforderungen machen es immer schwieriger. Jain will den Bereich aber weiter ausbauen und dabei von der Schwäche vieler Konkurrenten profitieren.

- IMAGE: Dem Ansehensverlust der Bankenbranche konnte sich auch die Deutsche Bank nicht entziehen, wie Ackermann selbst einräumt. Mit riskanten und moralisch zweifelhaften Geschäften führten gerade die Investmentbanken die Finanzwelt an den Rand des Abgrunds. Für viele Kritiker steht ausgerechnet der neue Co-Chef Jain für diese Art des Geschäftemachens. Sein Abteilung schraubte komplizierte Finanzprodukte zusammen, mit denen viele Anleger hohe Verluste machten. Jain - so heißt es - soll dazu gelernt haben, den Eigenhandel hat die Deutsche Bank bereits weitgehend eingestellt.

- VERMÖGENSVERWALTUNG: Eigentlich würde die Bank einen Großteil des Geschäfts gern verkaufen. Es hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht wie erwartet entwickelt. Doch bislang will niemand einen angemessenen Preis zahlen.

Banken
31.05.2012 · 22:36 Uhr
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