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Hintergrund: Die G20 im Jahr "Eins" der Finanzkrise

G20-Gipfel in LondonGroßansicht
Hamburg (dpa) - Auf den Gipfeltreffen in Washington und London hat die Gruppe der 20 (G20) die Weichen für eine neue Weltfinanzordnung gestellt.

Die großen Industrienationen und aufstrebenden Volkswirtschaften wollen mit einem ganzen Maßnahmenbündel die Auswirkungen der schwersten internationalen Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg lindern.

Mit einem bis dahin beispiellosen finanziellen Kraftakt stemmten sich die 20 stärksten Wirtschaftsmächte am 2. April 2009 in London gegen den dramatischen Konjunktureinbruch rund um den Globus. 1,1 Billionen US-Dollar - fast 820 Milliarden Euro - stellten sie bereit, um den Welthandel und arme Länder zu stützen. 

Als Verursacher der Rezession wurde die internationale Finanzwirtschaft nach Jahren exzessiver Gewinne an die Kandare genommen. Wichtige Kontrolleure sollen der Internationale Währungsfonds (IWF) und das neue Financial Stability Board (FSB) werden. Gemeinsam sollen sie mit den Aufsichtsbehörden der jeweiligen Länder ein Frühwarnsystem aufbauen. Auch Steueroasen sollen nun konsequent bekämpft und die Länder, die nicht zur internationalen Zusammenarbeit gegen Steuerbetrug bereit sind, auf eine Schwarze Liste gesetzt werden.

Die Spielregeln auf den Märkten und die Aufsicht wurden erheblich verschärft. Hedge-Fonds, die mit Risikokapital Geschäfte machen, und Rating-Agenturen, die die Risiken von Finanzprodukten beurteilen sollen, müssen sich einer Aufsicht unterstellen.

Üppigen Managergehältern und Millionen-Boni trotz Verlusten wurde der Kampf erklärt. Bei diesem Thema blieben die G20 bisher jedoch vage.

Entscheidende Vorarbeit hatte nur wenige Monate zuvor ein Krisen- Gipfel in Washington geleistet. Am 15. November 2008 hatten die Teilnehmer in der amerikanischen Hauptstadt den Plan für eine neue globale Finanzarchitektur entworfen.

Erklärtes Ziel: Eine derartige Krise darf sich auf keinen Fall wiederholen. Der Ergebnis war allerdings eine Grundsatzerklärung. Die G20-Teilnehmer beschlossen, jegliche Überwachungslücken auf den Finanzmärkten zu schließen, bekannten sich aber ausdrücklich zu den Prinzipien eines freien Marktes.

Die Staats- und Regierungschefs verständigten sich in Washington auf fünf Prinzipien: Transparenz und Verantwortlichkeit der Finanzmärkte, Ausbau solider Regulierung, Integrität, weltweite Zusammenarbeit und die Reform von internationalen Finanzinstitutionen wie dem IWF.

G20 / Gipfel
25.09.2009 · 06:36 Uhr
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