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Hintergrund: Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Löw

Löw und BierhoffGroßansicht

München (dpa) -

30.07.2004: Zum 40. Geburtstag schenkt der DFB Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Verpflichtung seines Favoriten Joachim Löw als Co-Trainer. Die «Schwaben-Connection» ist perfekt. «Er ist für mich alles andere als ein Hütchenaufsteller», sagt Klinsmann über Löw.

12.07.2006: Nach dem Rücktritt des «ausgebrannten» Klinsmann wird Löw zum Chef der Nationalelf befördert. Der 46-Jährige bekommt einen Zweijahresvertrag und sagt: «Wir wollen Europameister 2008 werden.»

16.08.2006: Löws Bundestrainer-Premiere wird in Gelsenkirchen zum rauschenden Fest - 3:0-Sieg beim Test gegen Schweden. Man habe «den Schwung und Elan aus der WM» mitgenommen, freut sich der Badener.

02.09.2006: Der Start in die EM-Qualifikation wird zur «schweren Geburt», wie Löw gesteht. Lukas Podolski gelingt vor den Augen von Klinsmann das goldene Tor beim 1:0 in Stuttgart gegen Irland.

06.09.2006: Der höchste Sieg in der Amtszeit von Löw: 13:0 gegen Fußball-Zwerg San Marino vor nur 5019 Zuschauern in Serravalle.

28.03.2007: Erste, unbedeutende Niederlage im 9. Spiel: 0:1 gegen Dänemark beim Debütanten-Ball mit sechs DFB-Neulingen in Duisburg.

13.10.2007: Im viertletzten Qualifikationsspiel wird das EM-Ticket mit einem 0:0 in Irland gelöst. Löw freut «die Planungssicherheit».

17.10.2007: Nur vier Tage später folgt in München ein 0:3 gegen Tschechien - es ist bis heute die höchste Niederlage unter Löw.

16.05.2008: Bei der Nominierung des EM-Kaders auf der Zugspitze sorgt Löw für Paukenschläge. Er bootet im Tor Timo Hildebrand aus, holt dafür René Adler und beruft 26 Akteure. Marko Marin, Jermaine Jones und Patrick Helmes schickt er nach der Vorbereitung nach Hause.

16.06.2008: Beim 1:0 im Vorrunden-Finale gegen Österreich wird Löw auf die Tribüne verwiesen. Ballacks Freistoß-Tor bejubelt er dort.

19.06.2008: Hansi Flick muss für den in einer Stadion-Loge mitfiebernden Löw beim 3:2 im Viertelfinale gegen Portugal als Chef auf die Bank. «Hervorragendes Coaching», lobt Löw seinen Assi.

29.06.2008: Geplatzter Titeltraum. Spanien gewinnt durch ein Tor von Torres das EM-Finale in Wien mit 1:0. «Man muss die Qualität der Spanier anerkennen», erklärt Löw als fairer Verlierer.

08.08.2009: Löw startet den Umbruch. 40 Tage nach dem verlorenen EM-Finale beendet Torhüter Jens Lehmann seine Länderspiel-Karriere.

11.10.2008: Deutschland siegt 2:1 im WM-Quali-Gipfel gegen Russland. Reservist Kevin Kuranyi flüchtet zur Halbzeit aus dem Stadion in Dortmund. Am Tag danach verbannt Löw den Schalker aus dem DFB-Team.

31.10.2008: Löw und Ballack schließen nach einem Streit Frieden. Der Kapitän hatte den Führungsstil des Bundestrainers kritisiert und sich für seinen Kumpel Frings stark gemacht. «Dafür habe ich mich bei Joachim Löw entschuldigt», sagt Ballack, der Kapitän bleiben darf.

01.04.2009: Beim 2:0-Sieg in Wales geraten Ballack und Podolski aneinander. Der Kölner verpasst dem Kapitän euf dem Platz einen Wangenwischer. Löw verhängt Tage später 5000 Euro Strafe gegen Poldi.

10.10.2009: Trotz Platzverweis für Debütant Jérome Boateng gewinnt die DFB-Elf das «Endspiel» in Moskau gegen Russland dank Klose 1:0. Das WM-Ticket ist gelöst, Löw lobt das «Sieger-Gen» der Spieler.

10.11.2009: Der Selbstmord von Torhüter Robert Enke versetzt die Nationalelf in einen Schockzustand. Das geplante Länderspiel gegen Chile in Köln wird abgesagt. «Ich denke, wir hätten Robert nicht von seinem Vorhaben abbringen können», sagt Löw nach Tagen der Trauer.

17.12.2009: Auf einer Israel-Reise verkündet DFB-Chef Zwanziger einen Handschlag-Vertrag mit Löw bis zur Europameisterschaft 2012 - selbst der Bundestrainer wird davon überrascht.

20.01.2010: Löw gibt Routinier Frings nach 79 Länderspielen den Laufpass. «Damit musste ich ja rechnen», sagt der Bremer enttäuscht.

04.02.2010: Der Handschlag-Vertrag ist null und nichtig. Der DFB lehnt Löws und Bierhoffs Forderungen ab. Es kommt zum Zerwürfnis.

09.02.2010: Eiszeit beendet - in Frankfurt schließen Löw, Zwanziger & Co. einen WM-Frieden. «Was sind wir Hornochsen», sagt Generalsekretär Wolfgang Niersbach nach dem schädlichen öffentlichen Streit.

03.05.2010: Löw verzeiht Kuranyi die egoistische Stadionflucht von 2008 - aber zur WM nimmt er den Schalker Torjäger dennoch nicht mit.

06.05.2010: Löw beruft 27 Akteure in den vorläufigen WM-Kader und überrascht mit den beiden Länderspiel-Neulingen Badstuber und Aogo. Als dritter Torwart darf nach Adlers Verletzung Jörg Butt mit.

17.05.2010: Das Ballack-Aus für die WM. «Wir waren geschockt, keine Frage», sagt Löw. Der Kapitän fällt wegen einer Fußverletzung aus.

28.05.2010: Löw ernennt Philipp Lahm zum WM-Kapitän und Manuel Neuer zur Nummer 1. Tim Wiese ist der Verlierer im Torhüter-Duell.

06.06.2010: Voller Vorfreude fliegt das jüngste deutsche WM-Team seit =72 Jahren mit Pop-Star Shakira an Bord im Airbus 380 nach Südafrika.

13.06.2010: 4:0-Traumstart gegen Australien. Es folgen ein 0:1 gegen Serbien und ein 1:0 gegen Ghana. Dann die Höhepunkte: Im Achtelfinale 4:1 gegen England und im Viertelfinale 4:0 gegen Argentinien.

07.07.2010: Löw ist «traurig und enttäuscht». Wieder ein 0:1 gegen Spanien, im Halbfinale platzt der Traum vom 4. deutschen WM-Titel.

10.07.2010: Bronzenes Ende: 3:2 im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay.

11.07.2010: Löw lobt seine «Champions», aber sein Ja-Wort kriegt der DFB nicht. Der Bundestrainer nennt seine Zukunft «völlig offen».

20.07.2010: Neun Tage nach dem WM-Abpfiff verlängern Löw, Manager Bierhoff, Co-Trainer Flick und Torwart-Coach Köpke ihre Verträge.

11.08.2010: Erstes Länderspiel nach der WM in Kopenhagen gegen Dänemark. Drei Wochen später startet die EM-Qualifikation.

Fußball / DFB / Löw / Deutschland
20.07.2010 · 21:41 Uhr
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