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Hintergrund: Die Bundeswehr in Kundus

Bundeswehr in KundusGroßansicht
Kabul (dpa) - Die Bundeswehr engagiert sich seit 2003 in Kundus, wo sie für ein sicheres und stabiles Umfeld beim Wiederaufbau sorgen soll. Kundus war der erste Einsatzort der Bundeswehr in Nordafghanistan, wo inzwischen der deutsche Einsatzschwerpunkt liegt.

Die Region galt verglichen mit dem umkämpften Süden Afghanistans lange als erheblich ruhiger. Mittlerweile kommt es auch im Norden immer wieder zu schweren Anschlägen der radikal-islamischen Taliban.

Die Bundeswehr stellt seit 2004 je ein regionales Wiederaufbauteam (PRT) in Kundus und Feisabad im Nordosten des Landes. Die Teams haben keinen Kampfauftrag und unterstehen der internationalen Schutztruppe ISAF. Die zu ihrem eigenen Schutz bewaffneten Soldaten sollen den Einsatz der Hilfsorganisationen sichern. Wiederaufbauteams haben neben der militärischen auch eine zivile Komponente. Soldaten, Diplomaten und Entwicklungshelfer arbeiten dabei eng zusammen.

Von den insgesamt 4000 Bundeswehr-Soldaten im Norden Afghanistans sind rund 700 Soldaten ständig in dem Feldlager nahe der Ortschaft Kundus stationiert. Die Stadt Kundus liegt rund 250 Kilometer nördlich von Kabul und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. In der Stadt leben nach unterschiedlichen Schätzungen bis zu 120 000 Menschen. Sie gilt als Zentrum der vier nordöstlichen Provinzen Kundus, Badachschan, Baghlan und Tachar.

Die Provinz Kundus hat etwa 850 000 Einwohner und ist mit rund 8000 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie das Saarland. In Kundus werden unter anderem Baumwolle, Reis, Weizen, Mais und Melonen angebaut. Sorgen bereitet noch immer der Anbau von Schlafmohn, der Basis von Opium und Heroin.

Chronik / Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
26.11.2009 · 09:50 Uhr
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