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Hintergrund: Die Afghanistan-Wahl

Kabul (dpa) - Die Infrastruktur in Afghanistan ist schwach und teilweise zerstört. Die Analphabetenrate ist eine der höchsten der Welt. Das Land am Hindukusch ist voller unwegsamer Regionen. Besonders im Süden und Osten tobt zudem der Aufstand der Taliban.

Schwierige Rahmenbedingungen also für die Präsidentschaftswahl. Der UN-Sondergesandte Kai Eide nennt sie «die komplexeste und herausforderndste Wahl, die ich jemals erlebt habe». 30 Kandidaten treten an, darunter zwei Frauen. Elf der ursprünglich 41 Bewerber für das Amt haben ihre Kandidatur zurückgezogen. Als Favorit gilt der 52-jährige Amtsinhaber Hamid Karsai. Neben einem neuen Präsidenten werden auch die Räte der 34 afghanischen Provinzen gewählt.

17 Millionen der nach Schätzungen rund 28 Millionen Afghanen haben sich nach Angaben der Unabhängigen Wahlkommission für die Abstimmung registrieren lassen. 12,5 Millionen Bürger haben bereits aus der Zeit der ersten freien Präsidentschaftswahl des Landes im Herbst 2004 einen Wahlausweis. Zusätzlich ließen sich 4,5 Millionen Afghanen, die inzwischen volljährig wurden, bei der letzten Wahl nicht im Land waren oder aus anderen Gründen nicht teilnahmen, in den vergangenen Monaten in die Wahllisten einschreiben. Rund 100 000 ausländische Soldaten aus 42 Nationen - knapp zwei Drittel der Truppen stellen die Amerikaner - sowie 200 000 afghanische Sicherheitskräfte schützen die Wahl.

Ihre Stimme konnten die Bürger in rund 29 000 Wahllokalen abgeben, die auf mehr als 6500 Wahlzentren wie Schulen und Moscheen verteilt sind. Wahllokale in entlegenen Berggegenden wurden mit Hilfe von mehr als 3100 Eseln mit Material versorgt. Die Stimmenauszählung begann direkt nach Schließung der Wahllokale. Die Wahlkommission rechnet am 3. September mit vorläufigen Ergebnissen der Präsidentschaftswahl. Am 17. September sollen Endergebnisse der Präsidentschafts- und der Provinzratswahlen vorliegen.

Sollte keiner der Bewerber um das Präsidentenamt eine absolute Mehrheit erzielen, kommt es nach derzeitiger Planung Anfang Oktober zu einem weiteren Wahldurchgang. Dann treten nur noch der Spitzenreiter und der Zweitplatzierte an.

Konflikte / Wahlen / Afghanistan
20.08.2009 · 18:11 Uhr
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