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Hintergrund: Deutsche Minderheiten in Rumänien

Hamburg (dpa) - Die Geschichte der Deutschen auf dem Gebiet des heutigen Rumänien reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Damals ließen sich die ersten Siedler - die Siebenbürger Sachsen - in der Provinz um Hermannstadt in den Südkarpaten nieder.

Sie sollten den zum ungarischen Königreich gehörenden Landstrich wirtschaftlich erschließen und gegen Mongolen und Tartaren verteidigen. Die Bezeichnung Siebenbürger Sachsen (Saxones) geht auf das damals in Siebenbürgen gebräuchliche mittelalterliche ungarische Kanzleideutsch zurück. Kulturelles Zentrum Siebenbürgens ist Hermannstadt.

Spätere Einwanderungswellen führten dazu, dass sich in den 1930er Jahren fast 750 000 rumänische Staatsbürger zu ihrer deutschen Nationalität bekannten. Mehrere zehntausend Banater Schwaben kamen im 18. Jahrhundert, um das nach türkischer Herrschaft verwüstete Land wieder urbar zu machen. Auch ihr Name geht auf die ungarische Bezeichnung zurück und hat nichts mit ihrer Herkunft zu tun. Nach dem Ersten Weltkrieg sprachen sich Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen für die Zugehörigkeit zu Rumänien aus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Deutschstämmige vertrieben oder verschleppt. Viele Familien warteten in den 1950er und 1960er Jahren lange auf ihre Ausreise nach Westdeutschland. Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes 1990 verließen noch einmal Zehntausende Rumänien. Mittlerweile leben nach Angaben der Landsmannschaft über 90 Prozent der Siebenbürger Sachsen nicht mehr in Rumänien, sondern sind mehrheitlich in die Bundesrepublik Deutschland ausgewandert. Heute leben in Rumänien noch rund 60 000 Deutschsprachige.

Literatur / Nobelpreise
08.10.2009 · 22:57 Uhr
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