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Hintergrund: Derzeit 1700 «andauernd vermisste Kinder»

Hamburg (dpa) - Wie in den USA und anderen Ländern verschwinden auch in Deutschland täglich Kinder. Pro Jahr werden der Polizei etwa 100 000 Kinder und Jugendliche gemeldet, wie Carl Bruhns von der Initiative vermisste Kinder in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa berichtet.

Die Vereinigung besteht seit 1997 und ist auf die Suche nach verschwundenen Kindern spezialisiert. Rund 98 Prozent tauchten nach zwei Wochen wieder auf.

«Die meisten der Kinder sind klassische Ausreißer, die nach ein oder zwei Tagen wieder zuhause sind», sagt Bruhns. Die restlichen zwei Prozent wurden entweder von der Mutter oder dem Vater entführt oder blieben verschwunden.

Die Initiative zählt derzeit etwa 1700 «andauernd vermisste Kinder und Jugendliche». Nach Angaben des Bundeskriminalamtes sind in Deutschland insgesamt 1846 Kinder und Jugendliche gemeldet, nach denen gesucht wird.

«Ist ein Kind vermisst, muss sehr schnell gehandelt werden», sagt Bruhns. «Die ersten Stunden nach dem Verschwinden sind erfahrungsgemäß die wichtigste Zeit für einen Erfolg.» In Deutschland zögere die Polizei die Suche häufig hinaus, kritisiert er. «Es wird gesagt, man wolle erstmal abwarten, ob das Kind nicht von alleine wieder auftaucht.» In der USA sei man schneller. «Da hängen nach wenigen Stunden schon Poster.»

Die Initiative gibt es seit 1997. «In den vergangenen zwölf Jahren konnten 60 Kinder mit unserer Hilfe gefunden werden», berichtet Bruhns. Ist ein Kind verschwunden, schaltet die Initiative Anzeigen und verteilt Handzettel. Dazu bekommt sie Unterstützung von der Firma Ströer, die mit mehr als 300 000 Werbeflächen bundesweit der größte Anbieter für Außenwerber ist. «Innerhalb von wenigen Stunden werden so auf Bahnhöfen, Flughäfen und in Zügen Suchmeldungen veröffentlicht.»

Ein Fall wie der der elfjährigen Kalifornierin Jaycee Lee Dugard, die vor ihrer Haustür entführt wurde und jetzt 18 Jahre später wieder aufgetaucht ist, könnte nach Einschätzung von Bruhns auch in Deutschland möglich sein. 2006 war die damals 14 Jahre alte Georgine Krüger in Berlin verschwunden. «Sie war aus dem Bus vor ihrem Elternhaus ausgestiegen - nur 100 Meter von ihrem Haus entfernt. Bis heute ist sie nicht wieder aufgetaucht.»

Kriminalität / USA
28.08.2009 · 15:11 Uhr
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