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Hintergrund: Der Unruhedistrikt Char Darah

Ausgebrannter TanklasterGroßansicht
Kundus (dpa) - Char Darah ist zum gefährlichsten der sechs Distrikte in der nordafghanischen Provinz Kundus geworden, die einen Ring um die Provinzhauptstadt Kundus bilden. Die Unruheregion, in der es nun zu dem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff kam, liegt südwestlich von Kundus-Stadt.

In Char Darah stellen Paschtunen - anders als in der Provinz insgesamt - die Bevölkerungsmehrheit. Aus den Paschtunen rekrutieren sich die Taliban - was nicht bedeutet, dass alle Paschtunen die Taliban unterstützen.

Die radikal-islamischen Taliban haben Teile von Char Darah unter ihrer Kontrolle. Immer wieder greifen Aufständische dort Patrouillen der Bundeswehr an, mehrere deutsche Soldaten verloren in dem Distrikt bereits ihr Leben. Von Char Darah aus haben die Taliban in der Vergangenheit außerdem zahlreiche Raketen auf das Bundeswehr- Feldlager in Kundus abgefeuert. Teile des Distrikts gelten als so gefährlich, dass afghanische Regierungsvertreter keinen Zugang haben.

In Char Darah waren 300 deutsche und 900 afghanische Soldaten im Juli mit einer Militäroffensive gegen die Taliban vorgegangen. Das US-Magazin «Newsweek» sprach von «Deutschlands größtem militärischen Manöver gegen einen bewaffneten Feind seit dem Zweiten Weltkrieg». Nach afghanischen Angaben kamen vier afghanische Soldaten und 17 Aufständische ums Leben. Der Gouverneur von Kundus, Mohammad Omar, erklärte, der Distrikt sei von Taliban-Kämpfern und El-Kaida- Terroristen «gesäubert» worden. Die Taliban kehrten aber nach dem Abzug der Bundeswehr nach Char Darah zurück.

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
07.09.2009 · 11:22 Uhr
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