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Hintergrund: Der Reichstag

Berlin (dpa) - Der 1894 von dem deutschen Architekten Paul Wallot erbaute Reichstag beherbergt seit dem 19. April 1999 den Deutschen Bundestag. Zuvor erlebte der Bau im Stil der italienischen Hochrenaissance eine wechselvolle Geschichte.

Am 9. November 1918 rief der SPD-Politiker Philipp Scheidemann hier die Republik aus. Kurz nach der Machtergreifung der Nazis im Februar 1933 ging das Gebäude in Flammen auf, daraufhin wurde das Ermächtigungsgesetz durchgesetzt. Das Bild von Soldaten der Roten Armee, die im April 1945 auf dem Gebäude die rote Flagge hissen, ging als Zeichen für das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom Nationalsozialismus um die Welt.

In den 1960er Jahren wurde der Reichstag im Inneren zum Parlament umgebaut. Doch der Bundestag durfte den Plenarsaal während der deutschen Teilung nicht nutzen. Am Tag der Wiedervereinigung, am 3. Oktober 1990, traten Volkskammer und Bundestag im Reichstagsgebäude zur ersten Sitzung des gesamtdeutschen Parlaments zusammen. Offiziell zog der Bundestag jedoch erst im April 1999 von Bonn nach Berlin.

Im Sommer 1995 kamen fünf Millionen Besucher, um den von Christo verhüllten Bau zu sehen. Der britische Stararchitekt Norman Foster baute das Gebäude anschließend für 600 Millionen Mark (307 Millionen Euro) zum neuen Domizil des Bundestags um. Der Reichstag mit seinen Sandsteinfassaden und der öffentlich begehbaren Glaskuppel zieht jährlich Millionen Besucher an.

Innere Sicherheit / Terrorismus
21.11.2010 · 21:57 Uhr
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