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Hintergrund: Der Fall Karl D. in Heinsberg

Bürger demonstrierten bei Heinsberg gegen den Aufenthalt von Ex-Häftling Karl D. in ihrem Dorf (Archivfoto vom 07.03.2009).Großansicht

Heinsberg (dpa) - Vermeintlich gefährlich, aber nicht in Sicherungsverwahrung: Ein Fall aus Heinsberg in Nordrhein-Westfalen zeigt, was das heißen kann.

Zwei Jahre lang lebte die Bevölkerung in Angst. Eltern ließen ihre Kinder abends nicht mehr allein auf die Straße. Die Polizei überwachte den Mann rund um die Uhr. Es gab täglich Proteste vor dem Haus seiner Familie. Der Fall des entlassenen Sexualstraftäters Karl D. sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Der heute 59-jährige Mann hatte wegen Vergewaltigung von drei Schülerinnen 20 Jahre im Gefängnis gesessen. Bei der Haftentlassung stellten drei Gutachten die Gefährlichkeit des Mannes fest - doch erfüllten sie nicht die Voraussetzungen für eine nachträgliche Sicherungsverwahrung. Karl D. kam frei und zog 2009 zu seinem Bruder in das rheinische Dorf Heinsberg-Randerath.

Dort wollte ihn niemand haben. Die Stimmung lud sich auf. Der Landrat warnte vor Karl D., der Innenminister vor einer Hetzjagd. Karl D. spürte den Druck. Nach einem Signal, freiwillig in die Psychiatrie zu gehen, machte er einen Rückzieher. Dann versuchte er, nur mit Wissen der Behörden nach Mönchengladbach umzuziehen. Er wollte seine Ruhe. Nachdem die Pläne durchgesickert waren, gab er entnervt auf. Im Februar ging Karl D. schließlich freiwillig in die Psychiatrie. Dort soll er immer noch sein.

Urteile / Justiz / Sicherungsverwahrung
04.05.2011 · 20:50 Uhr
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