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Hintergrund: Denkbare Koalitionen

Jamaika-KoalitionGroßansicht
Hamburg/Berlin (dpa) - Falls es am Wahlabend für Schwarz-Gelb nicht reicht, könnte die große Koalition in die nächste Runde gehen. Für Dreierbündnisse müssten vor allem die kleinen Parteien hohe Hürden überwinden, weil sie bestimmte Kombinationen vor der Wahl ausgeschlossen haben.

GROSSE KOALITION: Das noch amtierende Bündnis kam nach der Wahl 2005 zustande. Das Ergebnis hatte weder für Schwarz-Gelb noch für eine Fortsetzung von Rot-Grün gereicht. Der knappe Vorsprung der Union sicherte Angela Merkel (CDU) den Anspruch auf das Kanzleramt. Merkel und SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier haben jetzt in ihrer als «Fernseh-Duett» bespöttelten TV-Debatte scharfe Töne vermieden. Bei einer Neuauflage von Schwarz-Rot hätte die SPD zumindest eines ihrer Wahlziele erreicht: Schwarz-Gelb zu verhindern. Eine große geschlossene Opposition, die jederzeit zur Ablösung der Regierung bereitsteht, würde es erneut nicht geben.

JAMAIKA: Diese Option - eine Koalition mit CDU/CSU und FDP - haben die Grünen auf ihrem Parteitag im Mai ausgeschlossen. «Jamaika bleibt in der Karibik», meinte Parteichefin Claudia Roth. Kurz vor der Wahl hat die Partei das noch einmal bekräftigt. Man werde sonst einer Übermacht von drei «neoliberalen Parteien» gegenüberstehen. Aber: «Wir schließen Gespräche mit keiner demokratischen Partei aus», sagte Spitzenkandidat Jürgen Trittin.

AMPEL: Auch diese Konstellation - eine Koalition von SPD, FDP und Grünen - gab es im Bund noch nie. Dagegen steht der Beschluss des FDP-Parteitags, der ohne Gegenstimme jedes Hintertürchen zu einer Ampel zugeschlagen hat. Als Mehrheitsbeschaffer für Rot-Grün stehe die FDP nicht zur Verfügung - «ohne Wenn und Aber», bekräftigte Parteichef Guido Westerwelle eine Woche vor der Wahl in Potsdam.

ROT-ROT-GRÜN: Eine Dreier-Koalition von SPD, Linkspartei und Grünen gab es in Bund und Ländern bislang noch nicht. Die Chancen dafür nach dem 27. September stehen auf Bundesebene schlecht. Auf dem Weg zu Rot-Rot müssten die SPD und ihr Kanzlerkandidat umfallen. Im Wahlkampf hatten sie klar versprochen: Bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 werde es «keine Koalition mit der Linkspartei» geben. Die Union verdächtigt die SPD, sie könnte eine erneute große Koalition bald zugunsten einer linken Regierung platzen lassen. Die Grünen haben eine Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen.

Wahlen / Bundestag / Koalitionen
26.09.2009 · 22:38 Uhr
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