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Hintergrund: Das Salzbergwerk Asse als Atommülllager

Arbeiten im einsturzgefährdeten Atommülllager Asse (Foto vom 24.6.2009).Großansicht

Wolfenbüttel (dpa) - Die Asse liegt östlich von Wolfenbüttel, knapp 20 Kilometer von Niedersachsens zweitgrößter Stadt Braunschweig entfernt. Aus dem um 1900 angelegten Salzbergwerk Asse wurde bis 1916 Kali, später Steinsalz gewonnen.

Anfang der 60er Jahre wurde die Grube unwirtschaftlich. Sie stand zum Verkauf. Die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) erwarb sie 1965 für 900 000 Mark (rund 450 000 Euro) im Auftrag der Bundesrepublik, um dort ein Endlager für Atommüll oder ein Forschungsbergwerk einzurichten. Bis 1978 wurden rund 125 000 Behälter mit schwachradioaktivem Müll und 1300 mit mittelradioaktivem Abfall unter die Erde gebracht. Was genau eingelagert wurde, ist bis heute unklar.

Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Die Genehmigung verlief problemlos, ein Planfeststellungsverfahren war gesetzlich noch nicht vorgeschrieben. Das alte Salzbergwerk wurde nach Bergrecht betrieben. Die Verantwortung lag beim Bundesforschungsministerium. Das Bundesumweltministerium gab es in den 60er Jahren noch nicht.

Nach etlichen Pannen und Versäumnissen wurde dem ehemaligen Betreiber - der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF), die später im Helmholtz Zentrum München aufging - zum Jahresbeginn 2009 die Verantwortung entzogen. Jetzt ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter zuständig, das direkt dem Bundesumweltministerium untersteht.

Mit dem Betreiberwechsel ging einher, dass die Schachtanlage Asse unter Atomrecht fällt. Das BfS ist dafür verantwortlich, das marode Atommülllager sicher zu schließen.

Atom / Asse / Gesundheit
27.11.2010 · 12:18 Uhr
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