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Hintergrund: Das Massaker von Katyn

In Katyn wurden 1940 tausende polnische Offiziere und Intellektuelle vom sowjetischen Geheimdienst ermordet.Großansicht
Moskau (dpa) - Das Massaker von Katyn gilt als Symbol der schwierigen Beziehungen zwischen Polen und seinem mächtigen Nachbarn: Nahe dem westrussischen Ort Katyn verübte der sowjetische Geheimdienst NKWD eines der schwersten Verbrechen im Zweiten Weltkrieg.

Dort und an zwei anderen Orten töteten Soldaten fast 22 000 polnische Offiziere sowie Vertreter der bürgerlichen Elite per Genickschuss und verscharrten sie. Im April 1943 fanden Einheiten der einmarschierten deutschen Wehrmacht im Wald von Katyn bei Smolensk Massengräber mit mehr als 4000 Leichen.

Jahrzehntelang stand Katyn als Symbol für ungesühnten Massenmord und Geschichtslüge einer wirklichen Aussöhnung zwischen Polen und Russen im Wege. Die Sowjetführung leugnete die Täterschaft an dem Massaker und machte deutsche Nazi-Truppen dafür verantwortlich.

Erst 1990 in der Glasnost-Ära gab der neue Kremlchef Michail Gorbatschow zu, dass Sowjetdiktator Josef Stalin den Befehl zum Massenmord gegeben hatte. Angehörige der Ermordeten und polnische Politiker fordern die bis heute ausgebliebene juristische Aufarbeitung und Rehabilitierung der Opfer. Moskau lehnt dies ab.

Am vergangenen Mittwoch hatten die Regierungschefs von Russland und Polen, Wladimir Putin und Donald Tusk, am Mahnmal in Katyn der Ermordeten gedacht. Das Treffen wurde als eine historische Geste auf dem Weg zur Aussöhnung zwischen beiden Ländern gesehen.

Geschichte / Russland / Polen
12.04.2010 · 21:52 Uhr
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