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Hintergrund: Das Kofferchaos am Heathrow Terminal 5

Im März 2008 kam es nach der Eröffnung des neuen Terminals an Europas größtem Flughafen London-Heathrow zu einem gigantischen Gepäck-Chaos. Foto: Andy Rain/Archiv

London (dpa) - Er sollte das Beispiel für hochmoderne Abfertigung schlechthin sein - als der Terminal 5 am Londoner Flughafen Heathrow im März 2008 nach sechs Jahren Bauzeit eröffnet wurde, brach aber erstmal das Chaos aus.

Weil unter anderem die automatische Gepäckabfertigungsanlage nicht funktionierte, blieben Berichten zufolge bis zu 30 000 Koffer liegen und mussten großteils per Hand sortiert werden. Über mehrere Tage wurden Hunderte Flüge gestrichen, Tausende Passagiere waren betroffen.

Darunter war auch Supermodel Naomi Campbell: Sie bekam wegen fehlenden Gepäcks einen Wutanfall und griff zwei Polizisten an. Sie hatte die Beamten getreten, bespuckt und auf übelste Art beleidigt. Als Strafe wurde sie zu 200 Sozialstunden verdonnert.

Der normale Betrieb an dem rund fünf Milliarden Euro teuren Terminal, der der Fluglinie British Airways (BA) vorbehalten ist, lief erst im April an. Nach dem Debakel hatte Airport-Direktor Mark Bullock seinen Job aufgegeben. BA kostete die missglückte Eröffnung mehr als 16 Millionen Pfund (damals rund 20 Millionen Euro).

Ein parlamentarischer Ausschuss kam später zu dem Ergebnis, dass unter anderem mangelnde Kommunikation zwischen BA und dem Flughafenbetreiber BAA sowie schlechte Ausbildung des Personals und mangelhafte Systemtests Schuld an dem missglückten Start waren.

Luftverkehr / Flughafen
08.05.2012 · 22:14 Uhr
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