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Hintergrund: Das angeschlagene FDP-Spitzenpersonal

FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger.Großansicht

Berlin (dpa) - Das schlechte Abschneiden der FDP bei den Landtagswahlen vom Sonntag hat nicht nur Parteichef Guido Westerwelle beschädigt. Auch beim Spitzenpersonal der Freidemokraten in der zweiten Reihe könnte es Konsequenzen geben. Drei Leute stehen vor allem in der Kritik.

BIRGIT HOMBURGER (45), Vorsitzende der Bundestagsfraktion und Landesvorsitzende der baden-württembergischen FDP. Sie steht damit doppelt in der Verantwortung. Klassische Berufspolitikerin, bereits seit 1990 im Bundestag. Seit anderthalb Jahren als erste Frau an der Spitze der Fraktion.

Mit viel Fleiß, Sachkenntnis und einer gehörigen Portion Organisationstalent hat sie zunächst ihren früher zerstrittenen Landesverband befriedet und auch die Bundestagsfraktion nach außen halbwegs geschlossen gehalten. Unter den Abgeordneten ist sie dennoch umstritten, weil ihre Außendarstellung als schwach gilt. Die Schnellrednerin mit der «Schwertgosch» kann auch arg schneidend werden. Sie ist verheiratet, kinderlos.

CORNELIA PIEPER: (52), Parteivize, Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt: Hat damit ihr Debakel schon einige Tage länger hinter sich. Sie ist mitverantwortlich dafür, dass die Freidemokraten vor einer Woche in der Heimat Hans-Dietrich Genschers aus dem Landtag gewählt wurden.

Die einstige FDP-Generalsekretärin wollte nach der Bundestagswahl eigentlich ein eigenes Ministerium - zumindest holte sie Westerwelle zu sich ins Auswärtige Amt. Dort auch Polen-Beauftragte. Bekanntestes Gesicht der ostdeutschen FDP, Parteivize seit 2005, in der Bundespolitik aber mit schwindendem Einfluss. Verheiratet, ein Sohn.

RAINER BRÜDERLE: (65), Parteivize, Bundeswirtschaftsminister und Vorsitzender der rheinland-pfälzischen FDP: Als «Mister Mittelstand» eine der prägenden Figuren der Freidemokraten. Geboren in Berlin, aber bestens verwurzelt in Rheinland-Pfalz. War in Mainz auch schon Wirtschaftsminister sowie Vize-Ministerpräsident.

Er wurde zuletzt als möglicher Westerwelle-Nachfolger gehandelt und hielt zum eigenen Parteichef erkennbar Distanz. Seine internen Äußerungen zur Atomenergie kurz vor dem Wahlsonntag, die durch Indiskretionen publik wurden, haben aus ihm den klassische Sündenbock gemacht.

Wahlen / Baden-Württemberg / Rheinland-Pfalz
28.03.2011 · 11:26 Uhr
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