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Hintergrund: Bekkay Harrach

Der Bonner Islamist Bekkay Harrach, der sich Abu Talha nennt, in einer seiner Videobotschaften (Archiv).Großansicht
Berlin (dpa) - Schulterlanges, gegeltes schwarzes Haar, adrett gekleidet mit Anzug und hellblauer Krawatte - für einen mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen tritt Bekkay Harrach in seinem neuen Drohvideo recht ungewöhnlich auf.

Mit regungsloser Mimik stößt der 32-Jährige, der sich «Abu Talha, der Deutsche» nennt, konkrete Drohungen gegen Deutschland aus: Zieht die Bundeswehr nicht sofort aus Afghanistan ab, drohe nach der Bundestagswahl am 27. September ein «böses Erwachen». Bereits zu Jahresbeginn hatte er es als naiv bezeichnet, wenn die Deutschen glaubten, als einer der größten Truppensteller in Afghanistan ungeschoren davonkommen zu können.

Harrach bewundert Osama bin Laden und ist entschlossen zu töten. Und er liebt es, sein Ego und seine Cleverness zur Schau zu stellen. Gut informiert über deutsche Politik äußert er sich nun detailliert zum deutschen Afghanistan-Einsatz. War der Deutsch-Marokkaner zu Jahresbeginn noch weitgehend ein unbeschriebenes Blatt, gilt er mittlerweile für deutsche Ermittler als hochgefährlicher El-Kaida-Terrorist - auch weil er die Lage in Deutschland bestens kennt und entsprechend analysiert.

Das Video vom Freitag ist die dritte Botschaft an Deutschland, und in ihr nennt Harrach erstmals einen konkreten Zeitraum für mögliche Anschläge. Sicherheitskreise rechnen Harrach zur mittleren Führungsebene der Terrororganisation von Osama Bin Laden. Früher wohnte er in Bonn, jetzt soll er sich im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten. Politiker und Sicherheitsexperten bereitet Harrach allein schon deshalb Sorge, weil er als hochgebildet gilt.

Im Januar hatte er sichtlich Spaß daran, ausführlich zu erzählen, wie ihn deutsche Fahnder während eines Treffens in einem Hotel in Bonn über einen Aufenthalt im Irak aushorchen und angeblich als Agenten rekrutieren wollten. In dem Video äußerte er sich auch zu seinen persönlichen Motiven. Harrach sagte wörtlich: «Mich für Allah in die Luft zu sprengen ist mein Wunsch seit 1993.»

Terrorismus / Bundestag / Wahlen
19.09.2009 · 13:47 Uhr
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