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Hintergrund: Barack Obama und der Islam

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Hamburg (dpa) - Seit seinem Amtsantritt versucht US-Präsident Barack Obama, das gestörte Verhältnis seines Landes zur islamischen Welt zu verbessern. Schon in seiner Antrittsrede kündigte er an die Adresse der muslimischen Welt gewandt an: «Wir suchen nach einem neuen Weg in die Zukunft, der auf gemeinsamen Interessen und gegenseitigem Respekt aufbaut.»

Nur sechs Tage später bot er in einem Interview des arabischsprachigen Fernsehsenders Al-Arabija eine «neue Partnerschaft in gegenseitigem Respekt» an. Er wolle den Muslimen in der Welt deutlich machen, «dass die Amerikaner nicht Ihre Feinde sind».

Wiederholt erinnerte Obama auch an seine eigenen Wurzeln. Vater und Stiefvater wurden muslimisch erzogen. Als Kind besuchte Obama in Indonesien eine muslimische Schule. Obama-Gegner stellten im Vorwahlkampf den «muslimischen» zweiten Vornamen Obamas - Hussein - demonstrativ heraus.

Obama sucht im Gegensatz zu seinem Vorgänger George W. Bush auch das Gespräch mit Syrien und dem Iran, die eine Schlüsselrolle im Nahostkonflikt spielen. So bot er in einer Botschaft zum persischen Neujahrsfest dem Iran nachdrücklich an, die seit Jahrzehnten eisigen Beziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen. Anfang Mai schickte Obama zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt Gesandte zu Gesprächen nach Syrien, um die Beziehungen zu verbessern - auch wenn er gleichzeitig Sanktionen gegen Damaskus verlängerte.

Obama betonte zwar mehrfach, dass die USA ein unerschütterlicher Verbündeter Israels bleiben würden, doch erhöhte er merklich den Druck auf die israelische Regierung. Seine Forderungen nach einem Siedlungsstopp, neuen Verhandlungen mit den Palästinensern und einer baldigen «Zwei-Staaten-Lösung» nährten arabische Hoffnungen auf einen Wandel und neuen Schwung in der amerikanischen Nahostpolitik.

Eine wichtige Rolle bei Obamas Brückenschlag zwischen dem Westen und den gemäßigten Kräften in der islamischen Welt spielt die Türkei, mit der es eine «Modell-Partnerschaft» geben könne. Obamas erster Besuch in einem islamischen Land nach seiner Amtsübernahme führte ihn in die Türkei, die Obama nicht nur als Vermittler zwischen Israel und Syrien schätzt. Auch bei dem Besuch in Ankara richtete sich Obama an die ganze muslimische Welt. Vor dem türkischen Parlament sagte er am 6. April: «Lasst mich das so klar wie nur möglich sagen: Die USA sind nicht in einem Krieg mit dem Islam, und werden es nie sein.»

International / USA / Nahost
04.06.2009 · 16:32 Uhr
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