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Hintergrund: Atomstörfälle bei Erdbeben in Japan

Im Juli 2007 gab es nach einem Beben der Stärke 6,6 einen schweren Störfall in der weltgrößten Atomanlage Kashiwazaki-Kariwa.Großansicht

Berlin (dpa) - Japan setzt bei der Energiegewinnung stark auf Atomkraft. Bereits 1966 wurde in Tokai nahe der Stadt Shizuoka der inzwischen stillgelegte erste Meiler in Betrieb genommen. Gegenwärtig sind 54 Reaktoren an 16 verschiedenen Standorten am Netz. Weitere drei sind im Bau und elf werden geplant.

Da Japan zu den erdbebenreichsten Ländern der Erde zählt, gelten dort besonders hohe Anforderungen an die Sicherheit der Kraftwerke. Bei Erdstößen werden Reaktoren automatisch abgeschaltet. Trotzdem kam es in der Vergangenheit nach Erdbeben zu Störfällen.

Infolge der heftigen Erdstöße am Freitag brach in einem Turbinengebäude des Atomkraftwerks Onagawa in der Provinz Miyagi ein Feuer aus.

Die folgenschwersten Störfälle gab es im Juli 2007 nach einem Beben der Stärke 6,6 in der Provinz Niigata. In der aus sieben Reaktoren bestehenden weltgrößten Atomanlage Kashiwazaki-Kariwa wurden als Folge der Erdstöße etwa 50 technische Defekte registriert, die der Betreiber zunächst nicht gemeldet hatte.

Unter anderem war aus einem Leck radioaktiv belastetes Wasser ins Meer geflossen. Zudem fing ein Transformator außerhalb der Reaktorhallen Feuer. Es war bis dahin der erste Brand in einem japanischen Atomkraftwerk infolge eines Erdbebens. Experten der internationalen Atomenergiebehörde IAEA hatten danach mehrfach die Sicherheit des erdbebengeschädigten Atomkomplexes überprüft.

Erdbeben / Japan
12.03.2011 · 02:12 Uhr
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