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Hintergrund: Athens Spitzenpolitiker und das Sparpaket

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Berlin/Athen (dpa) - Es sind vor allem drei Männer, die in Athen darum ringen, wie das Land bis 2015 rund 14 Milliarden Euro einsparen kann. Der vierte im Bunde, der Chef der kleinen Rechtspartei LAOS, ist inzwischen ausgeschert. dpa porträtiert die wichtigsten Akteure:

LUCAS PAPADEMOS: Als Parteiloser steht der 64-jährige Ökonom seit November als Premierminister an der Spitze der Übergangsregierung. Er hatte davor nie ein politisches Amt inne, war aber lange der oberste Notenbanker Griechenlands und vertrat die Eurozone als Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Der stets zurückhaltend wirkende Papademos packte am Wochenende Emotionen aus - und schwor seine Regierung auf den «Moment der historischen Verantwortung» ein. Bis zu Neuwahlen in diesem Jahr ist Papademos die zentrale Figur in Griechenland, die dem Parlament das neue Sparpaket abringen muss.

GIORGOS PAPANDREOU: Der studierte Soziologe (59), Spross einer griechischen Politikerdynastie, regierte das Land bis zu seinem Rücktritt im November 2011. Er konnte das Land nicht aus der Krise führen. Papandreou steht aber immer noch an der Spitze der stärksten griechischen Partei Panhellenische Sozialistische Gesamtbewegung (PASOK). Dem jüngsten Sparpaket hat Papandreou zugestimmt - ob ihm alle der 153 PASOK-Abgeordneten folgen, ist ungewiss. Umfragen prophezeien, dass die PASOK bei neuen Wahlen einen Einbruch erleben könnte. Papandreou will nach eigenen Angaben bald den Weg für einen neuen Mann an der Spitze frei machen.

ANTONIS SAMARAS: Der studierte Wirtschaftswissenschaftler (60) ist der konservative Chef der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND). Sie ist die zweite große Kraft im Regierungslager und verfügt im Parlament über 83 Sitze. Als griechischer Außenminister trieb Samaras das Land Anfang der 90er Jahre in einen Streit um den Namen der nördlichen Nachbarrepublik Mazedonien und manövrierte sich mit der Abspaltung einer eigenen Partei ins politische Abseits. Nach der Niederlage der Konservativen bei den Wahlen 2009 kam Samaras' neue Chance. In den Verhandlungen um das Sparpaket ist er ein harter Brocken. Zuletzt setze er durch, Zusatzrenten unangetastet zu lassen. Es wird erwartet, dass die ND bei Neuwahlen stärkste politische Kraft wird.

GIORGOS KARATZAFERIS: Der 64-jährige ist der Chef der kleinen rechtsgerichteten und ultrakonservativen Partei Völkische Orthodoxe Gesamtbewegung (LAOS) mit 16 Abgeordneten. Er wurde nach einem Zerwürfnis aus der Partei Nea Dimokratia ausgeschlossen. Der Parteichef will die Griechen nicht «verelenden» lassen. Den Deutschen warf er vor, alleine die EU zu regieren, «weil sie ein dickes Portemonnaie haben». Die LAOS-Partei verweigerte nach den Vorgesprächen zum jüngsten Sparpaket Papademos die Gefolgschaft und zog ihre Minister aus der Regierung ab. Die Mehrheit der anderen Regierungsparteien bei der entscheidenden Abstimmung im Parlament würde aber ohne LAOS reichen.

EU / Finanzen / Griechenland
13.02.2012 · 17:05 Uhr
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