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Hintergrund: Athen sucht Auswege aus Krise

Athen (dpa) - In der hochbrisante Lage des Landes diskutieren die Griechen hitzig über Auswege aus der Krise.

In den Sitzungen des Ministerrates des von der Pleite bedrohten Landes, das am Tropf der Finanzhilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds hängt, und in Politik und Medien werden etliche Szenarien durchgespielt. Griechenland steht vor einer großen Entlassungswelle der Staatsbediensteten. Deshalb werden noch dramatischere soziale Unruhen als bislang befürchtet.

Die verschiedenen Szenarien:

EURO-REFERENDUM: Die Diskussion über einen Volksentscheid zum Sparkurs und zum Euro flammt in Politik und Medien immer wieder auf. «Soll Griechenland das harte Sparprogramm in die Tat umsetzen, oder soll es das Euroland verlassen?» Die Frage sei zu stellen. Damit könnte Ministerpräsident Giorgos Papandreou «Dampf» aus der angespannten Lage ablassen, sagen Befürworter. Beobachter und vor allem Mitglieder der stärksten Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) bezeichneten gegenüber der dpa diese Referendum-Frage als Trick: «Es ist so als ob man fragen würde, wollen Sie arm und krank oder reich und gesund sein», hieß es aus diesen Kreisen. Da werde die ND nicht mitmachen. Die Regierung Papandreou hat wiederholt ein Referendum nicht ausgeschlossen, das weitere Vorgehen hängt aber vom Erhalt der dringend benötigten nächsten Milliarden-Kredittranche ab.

VORGEZOGENE WAHLEN: Ein zweites diskutiertes Szenario sieht vor, dass die jetzige Regierung unter Papandreou den Sparkurs durch Erhalt der nächsten Kredit-Tranche von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) absichern kann und danach vorgezogene Wahlen proklamiert. Nach aktuellen Umfragen dürften die Sozialisten keine Mehrheit mehr erlangen, eine große Koalition mit den Konservativen wäre nötig. Nur eine sehr starke Regierung könne das Land aus der schwierigsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg führen, fordern politische Beobachter. Die nächsten regulären Wahlen wären im Herbst 2013.

SOFORTIGE NEUWAHLEN: Ein drittes Szenario sieht sofortige Neuwahlen oder die sofortige Bildung einer großen Koalition von Konservativen und Sozialisten vor. Eine breitere politische Zustimmung zu den Sparanstrengungen fordert auch immer wieder die «Troika» von EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB), um weitere Rettungshilfen zu gewähren. «Die politische Einwilligung auf breiterer Basis wäre sehr gut», sagte erst kürzlich Bob Traa, ein IWF-Mitarbeiter, der seit Monaten die Bücher in Athen prüft, im Fernsehen. Wahlen kosteten viel und benötigten auch Zeit zur Vorbereitung.

EU / Finanzen / Griechenland
20.09.2011 · 22:50 Uhr
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