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Hintergrund: Ante Sapinas Rolle im Hoyzer-Skandal

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Berlin (dpa) - Neben Schiedsrichter Robert Hoyzer gerieten im deutschen Fußball-Wettskandal 2005 drei Brüder aus Berlin und das Café King in der westlichen City ins Visier von Ermittlern und Medien.

Ante Sapina und seine beiden Brüder wurden vor vier Jahren ebenso wie der Berliner Referee vom Landgericht Berlin verurteilt. Der als mutmaßlicher Drahtzieher geltende Ante Sapina erhielt mit zwei Jahren und elf Monaten die höchste Haftstrafe und damit noch ein halbes Jahr mehr als Hoyzer.

Der mittlerweile 33-Jährige mit dem Spitznamen «Navigator» hatte vor der Urteilsverkündung gelobt, seine Spielsucht zu bekämpfen. «Niemand kann sich vorstellen, was meine Mutter und ich in den letzten zehn Monaten durchgemacht haben. Diese zehn Monate sind der Grund, dass ich versuchen werde, nie wieder in eine solche Situation zu kommen», sagte Ante Sapina vor vier Jahren.

Er entschuldigte sich auch bei seinen Brüdern, die ebenfalls verurteilt wurden, aber mit Bewährungsstrafen davonkamen. Die beiden Brüder erhielten Bewährungsstrafen von zwölf und 16 Monaten, die Bewährungsfrist betrug drei Jahre. Auch an den gesamten deutschen Fußball hatte Ante Sapina eine Entschuldigung gerichtet. Er habe nicht die Dimension erkannt, die er ins Rollen gebracht habe. Der in Duisburg geborene Sapina kannte sich nicht nur gut in Europas Fußball-Ligen aus, sondern auch in anderen Sportarten. «Ich war einfach besser als die Buchmacher», sagte er in Berlin.

Die erschlichenen Gewinne in Höhe von 1,8 Millionen Euro musste er nach einem Zivilprozess vor dem Landgericht bis zum 30. April 2008 an die Klassenlotterie Berlin zurückzahlen. Allein das von Hoyzer gepfiffene DFB-Pokalspiel zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV (4:2) brachte durch Kombinationswetten beim staatlichen Anbieter Oddset mehr als 700 000 Euro Gewinn ein. Hoyzer hatte erklärt, 67 000 Euro und einen Plasmafernseher für die Manipulationen erhalten zu haben.

Beobachter der Verfahren hegten damals Zweifel, ob das gesamte Ausmaß der Betrügereien an das Licht gekommen war und nicht auch andere Länder betroffen waren. Ante Sapina hatte erklärt, einen seiner Brüder mit einem Auftrag in die Türkei geschickt zu haben. Er sollte das Spiel der Süper Lig zwischen Ankaragücü und Galatasaray Istanbul beobachten, zuvor war ein Spieler von Ankara bestochen worden. Der Manipulationsversuch scheiterte aber, der erhoffte Wettgewinn von gut 636 000 Euro blieb aus.

Hoyzer sagte aus, im Auto der Brüder eine Liste der Europäischen Fußball-Union UEFA mit Namen von Schiedsrichtern schon vor der offiziellen Bekanntgabe ihrer Ansetzungen durch die UEFA gesehen zu haben. Ob Einfluss auf Europapokalspiele genommen worden sei, konnte Hoyzer damals nicht sagen. Er vermutete aber, Ante Sapina habe einen Kontaktmann in Griechenland gehabt. Die Manipulationen in Deutschland waren durch Geständnisse unter anderem von Hoyzer und des ebenfalls verurteilten Schiedsrichters Dominik Marks bekanntgeworden.

Fußball / Kriminalität / Wetten
21.11.2009 · 21:57 Uhr
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