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Hintergrund: Amok-Waffen oft legal erworben

Berlin (dpa) - Der Amoklauf von Lörrach hat den politischen Streit um privaten Waffenbesitz wieder angeheizt. Schon bei früheren Fällen stammten die Tatwaffen aus legalem Besitz.

März 2009: In Winnenden bei Stuttgart erschießt ein 17-Jähriger in einer Realschule sowie auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst. Die Waffe hatte er seinem Vater, einem Sportschützen, entwendet. Wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz beginnt im September 2010 der Prozess gegen den Vater. Er hatte die Tatwaffe im unverschlossenen Schlafzimmerschrank aufbewahrt. Nie zuvor in Deutschland stand ein Unbeteiligter nach einem Amoklauf vor Gericht.

November 2007: An einer Schule im Süden Finnlands erschießt ein 18-jähriger Abiturient sieben Mitschüler und die Schulleiterin. Zwölf Schüler werden verletzt. Der Todesschütze stirbt im Krankenhaus, nach dem Amoklauf hatte er sich selbst in den Kopf geschossen. Der Sportschütze hatte die Tat in einem Internet-Video angekündigt.

April 2002: Ein Ex-Schüler richtet im Johann-Gutenberg-Gymnasium in Erfurt (Thüringen) ein Blutbad an. Schwarz vermummt und schwer bewaffnet erschießt der 19-Jährige mit einer Pistole 16 Menschen - zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten. Anschließend tötet sich der Amokläufer selbst. Die Pistole, eine Pumpgun und große Mengen Munition hatte er sich als Sportschütze legal besorgt.

November 1999: Ein 16 Jahre alter Schlosserlehrling feuert vom Fenster des elterlichen Wohnhauses in Bad Reichenhall (Bayern) aus wahllos auf Passanten. Mit mehr als 50 Schüssen tötet er vier Menschen - darunter seine 18-jährige Schwester - und sich selbst. Unter den Verletzten sind der Schauspieler Günter Lamprecht und dessen Lebensgefährtin Claudia Amm. Die Waffen hatte sich der 16-Jährige aus dem Arsenal seines Vaters, eines Sportschützen, beschafft.

Juni 1998: Beim Amoklauf eines Sportschützen in Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) sterben insgesamt vier Menschen. Der 55 Jahre alte Täter erschießt sich im Hafen der in der Küstenregion nordöstlich von Rostock gelegenen Stadt selbst. Er hatte sich die Waffe legal besorgt.

Kriminalität
20.09.2010 · 22:30 Uhr
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