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Hintergrund: 1986 fielen US-Bomben auf Gaddafis Residenz

Die Berliner Diskothek «La Belle» wurde bei einem Bombenanschlag zerstört (Archivfoto vom 05.04.1986).Großansicht

Berlin (dpa) - Schon vor einem Vierteljahrhundert flog die US Air Force Bombenangriffe auf Gaddafis Libyen - allerdings ohne UN-Mandat. Für die US-Medien war damals klar, dass dabei Muammar al-Gaddafi getötet werden sollte.

Der Diktator überlebte die Bombardierung seiner Residenz in der Nacht zum 15. April 1986. Seine 15 Monate alte Adoptivtochter kam aber ums Leben. Gaddafis Frau und weitere Kinder wurden verletzt. Die UN-Vollversammlung verurteilte die US-Angriffe im November 1986 als «Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen und das internationale Recht».

Die etwa halbstündige Attacke galt als Vergeltung für den Terroranschlag auf die bei US-Soldaten beliebte Diskothek «La Belle» zehn Tage zuvor in West-Berlin. Dabei waren drei Menschen getötet und rund 200 verletzt worden. Für US-Präsident Ronald Reagan war klar, dass Gaddafi den Terroranschlag angeordnet hatte.

Bei ihren Angriffen auf Ziele in Tripolis und Bengasi bekamen die US-Flugzeuge britische Unterstützung. Die USA setzten nach Angaben des Pentagons 18 Schwenkflügelbomber des Typs F-111 und 15 Jagdbomber des Typ A-6E (Intruder) ein. Ziele waren Truppenunterkünfte, Hafenanlagen und der militärische Teil des Flughafens von Tripolis. In Bengasi wurden Kasernenanlagen und ein Militärflugfeld bombardiert. Nach unterschiedlichen westlichen Medienberichten wurden 60 bis 100 Menschen getötet. In Tripolis wurden auch mehrere Wohnhäuser schwer beschädigt sowie die Botschaften Frankreichs, der Schweiz und anderer Staaten getroffen.

Konflikte / Libyen / USA
25.04.2011 · 21:11 Uhr
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