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Heute Anklageverlesung im Fall Demjanjuk

John DemjanjukGroßansicht
München (dpa) - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Nazi-Helfer John Demjanjuk wird heute die Verlesung der Anklageschrift erwartet. Der 89-jährige gebürtige Ukrainer soll während des Zweiten Weltkriegs an der Ermordung von 27 900 Juden mitgewirkt haben.

Zum Auftakt des Verfahrens am Montag waren zahlreiche Journalisten und Besucher aus aller Welt angereist. Unter ihnen waren auch rund 20 Nebenkläger vor allem aus den Niederlanden, die in Sobibor Angehörige verloren haben.

In dem Vernichtungslager im besetzten Polen hat Demjanjuk nach Auffassung der Anklage 1943 als Wachmann geholfen, die Nazi- Verfolgten in die Gaskammern zu treiben. Zwar ist ihm bisher keine konkrete Mordtat nachzuweisen. Doch die Anklage argumentiert, dass Sobibor ein reines Vernichtungslager war. Wer hier arbeitete, hatte keine andere Aufgabe als bei der Ermordung der aus verschiedenen Ländern eintreffenden Männer, Frauen und Kinder zu helfen.

Demjanjuk selbst hat bisher zu den Vorwürfen der 86 Seiten starken Anklageschrift geschwiegen. Rund 12 Seiten sollen heute verlesen werden, dann hat Demjanjuk die Gelegenheit, sich dazu zu äußern. Je nach Verlauf des Verhandlungstages, an dem wegen der angeschlagenen Gesundheit Demjanjuks erneut nur zwei Mal 90 Minuten verhandelt werden darf, können möglicherweise auch schon Nebenkläger als Zeugen gehört werden.

Prozesse / Nationalsozialismus
01.12.2009 · 09:14 Uhr
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