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Hessen: Bouffier übernimmt CDU-Vorsitz von Koch

Der frisch gewählte hessische CDU-Landesvorsitzende, Innenminister Volker Bouffier (l.), gratuliert Noch-Ministerpräsident Roland Koch zum Ehrenvorsitz.Großansicht
Willingen (dpa) - Führungswechsel in der hessischen CDU: Innenminister Volker Bouffier ist am Samstag zum Parteivorsitzenden und Nachfolger von Roland Koch gewählt worden.

Bouffier versprach auf dem Parteitag im nordhessischen Willingen politische Kontinuität. «Neu ist die Person, neu ist der persönliche Stil», sagte er.

Koch nutzte seine Abschiedsrede zu einem Appell an Union und FDP, bei der Bundespräsidentenwahl Geschlossenheit zu zeigen. Die Wahl müsse das bürgerliche Lager enger zusammenbringen, sonst werde es ihm «verdammt viel schlechter gehen». Koch, der die hessische CDU zwölf Jahre lang geführt hatte, wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Von den mehr als 320 Delegierten stimmten 310 für Bouffier, die CDU nannte ein Ergebnis von 96,0 Prozent. Der bisherige Innenminister nutzte seine Bewerbungsrede vor allem, um für eine Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft zu werben. Dabei ließ er auch konservative Töne anklingen. Die CDU müsse «ihre Stammkundschaft pfleglich behandeln», sagte er.

Bouffier bekannte sich ausdrücklich zur Koalition mit der FDP in Hessen. Von der schwarz-gelben Bundesregierung forderte er Geschlossenheit. Gleichzeitig kritisierte er den Vorstoß von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zur Abschaffung der Wehrpflicht. Bouffier soll Koch Ende August auch als Ministerpräsident beerben.

Koch sagte, die Wahl des Bundespräsidenten sei eine politische Richtungsentscheidung. «Das ist nicht ein Casting-Verfahren, nicht eine Sammlung von Lebenswegen in ihrer Faszination», erklärte er mit Blick auf den Ex-DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, den Kandidaten von SPD und Grünen.

Der Präsidentschafts-Kandidat von Union und FDP, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), sei ein erfahrener Politiker. Ein Teil der Aufgabe, Deutschland zu führen, liege auf den Schultern des Bundespräsidenten, «und das kann Christian Wulff besser als Joachim Gauck.» Wie Bouffier mahnte auch Koch die Bundesregierung, sich nicht als «bürgerliches Gewirr» zu zeigen.

Koch hatte am 25. Mai unerwartet seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Als letztes Parteiamt wird er im November den Vize- Bundesvorsitz abgeben. Auch dort solle Bouffier ihm nachfolgen, regte Koch an: «So unbequem ist der Platz nicht, und Volker ist erfahren genug.»

www.cduhessen.de

Parteien / CDU / Hessen
12.06.2010 · 17:06 Uhr
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