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Heroin auf Rezept für Schwerstabhängige

Berlin (dts) - Heroin darf in Zukunft auf Rezept an Schwerstabhängige gegeben werden. Der Bundestag hat heute nach jahrelangem Streit der Versorgung mit künstlichem Heroin zugestimmt. Damit konnte die SPD ihren Antrag mit der Unterstützung von FDP, Grünen und der Linkspartei durchsetzen. Demzufolge muss nun das Betäubungsmittelgesetz geändert werden. Eine Langzeitstudie hatte gezeigt, dass eine Herointherapie zu mehr Erfolg bei Abhängigen führt als die herkömmliche Methadon-Behandlung. Gerade Schwerstabhängige sprechen oft nicht auf den Wirkstoff Methadon an, die häufigen Nebenwirkungen treiben viele zurück in die illegale Heroinbeschaffung. Ein Sprecher des Hamburger Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung stellte im Verlauf der Studie fest, dass die Teilnehmer der Heroin-Testgruppe weniger Kontakt zur Szene suchten, seltener mit dem Gesetz in Konflikt kamen und häufiger in Folgetherapien einstiegen als die Methadon-Vergleichsgruppe. Das künstliche Heroin wird als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft. Zudem müssen die in Frage kommenden Abhängigen mindestens 23 Jahre alt sein, seit fünf Jahren abhängig sein und bereits zwei erfolglose Therapien gemacht haben.
DEU / Heroin / Arzneimittel
28.05.2009 · 18:53 Uhr
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